>Mana suaruMu?<
>Ini suaraKu!<
>Mana semangatMu?<
>Ini semangatKu!<
(wo ist deine
Stimme? hier ist meine Stimme
wo ist deine
Motivation? hier ist meine Motivation)
Campen mit den
Pfadfindern, oder eher campen mit der Militärjugend.
Anna und ich sind
recht spontan mit ein paar Mädels aus dem Asrama mitgefahren zum Campen. Am
Abend davor haben wir dann auch mal mitbekommen, dass es die Pramuka sind - zu Deutsch Pfadfinder.
Wir bekamen ein
Halstuch und eine Pfeife und versuchten unsere Rucksäcke fachgerecht zu packen.
Was man alles braucht für eine Nacht, hat mich dann doch etwas überascht.
7:30 Treffpunkt bei
der Schule. Alle in Uniform zu sehen, war ziemlich cool. Anna und ich haben unsere eigene Uniform
kreiirt mit unseren RVM Polos, sah ziemlich schick aus. Nach einem etwas
unorganiserten Anfang, wie es sich für jede Schulaktion gehört, ging es los.
Alle Kinder, ungefähr 40, kamen mit dem Gepäck auf einen Truck und los ging es.
Besonderheit des
Pramukas - alle nenne sich gegenseitig Kaka -
großer Bruder /Schwester- egal wie alt.
Alleine dafür liebe
ich Indonesien. Fahren hald mal alle Leute auf der Ladefläche irgendwo hin und
wenn man weit oben ist... ist das Gefühl um so besser. Man muss sich nur vor
den Bäumen in Acht nehmen.
Schon bald verließen
wir die Hauptstraßen und kamen auf die kleineren Straßen, die dementsprechend
gut im Stande waren. Hügel hinauf und wieder hinunter, viele Kurven und wir
waren sozusagen in den Bergen. Wunderschön. Ich habe so Lust auf Wandern!
Wenn ich zurück in
Österreich bin, will ich das unbedingt wieder machen.
Nach der Ankunft
hieß es Zelte bauen. Faszinierend haha. Zuerst wird der Waldboden gefegt, mit
großen Palmenblättern und ähnlichem, und im Anschluss die Bambusstämme im Boden
versenkt. Viel zu cool. Mit Seilen und Planen wurde dann das Zauberwerk vollendet.
Simpel aber es
braucht auch seine Zeit und ich habe mich wieder einmal gewundert, wieso man
nur eine Nacht weg fährt. Für eine Zweite Nacht, hätte man ja nicht mehr viel
tun müssen, außer mehr Essen mitnehmen.
Nach einem
Mittagessen, welches jeder Zelt für sich alleine auf den Gasherden und am
Waldboden kochte, war es Zeit für Bandera
Upacara - Flaggen hissen.
In Reih und Glied
stehen, zum Mast tänzeln und zeremionel die rot- weiße Fahne hissen.
Als dann ein neuer
Kaka ankam, wurde natürlich als erstes Mal das Willkommenslied geträllert.
Da kommt der Hauch
von Militärjugend schon ganz gut durch.
Nach dem alle in der
Hitze der Sonne zerflossen sind ging es ans lernen von Sandi-Sandi, chiffrierten Sprachen. Wird wirklich Zeit, dass ich
das Morsealphabet mal lerne.
Beim Flaggentanz,
also das Flaggenalphabet, habe ich ausgesetzt und einen Kaffee genossen.
Mittagspause gibt es hier nämlich nicht.


Mit Knotenübungen
und Minispielen - zB möglichst schnell
die Pancasila - Staatsgrundlage von
Indonesien- aufschreiben- die recht simpel waren, aber die Kinder trotzdem ganz
schön herausforderten, wurde dann der Nachmittag beendet.
Im Anschluss war ich
unten am Fluss mandi.
Am Abend wurde ein
Hexenfeuer vorbereitet und zuerst natürlich geübt mit welcher Zeremonie es dann
angezündet wird. Das hat sich über eine Stunde hingezogen, auch weil dann noch
mehr Kakas kommen sind, die dann noch Verbesserungen vorgeschlagen haben.
Aber dann... das
Feuer. Das war der Hammer. Rießig groß, ist aber schnell in sich zusammen
gefallen.
Wie echte Pfadfinder
das so tun wurde dann auch noch Spiritus ins Feuer gehaut, ein Traum.
Der Abend wurde mit
einer Besinnungsrunde beendet, wo zuerst Texte über den Wert der Mutter, des
Vaters und von Lehrern gelesen wurde. Das hat die Kinder tief berührt, einige
haben sogar geweint. Ich konnte es nicht ganz nachvollziehen, vielleicht weil ich
einfach keine Probleme mit meinen Eltern habe. Aber hier trotzdem nochmal: Ihr
seits tolle Eltern!
Anna meinte dann,
dass die Kinder vielleicht keine Eltern mehr haben. Danach gab es noch eine
Bibelstelle. Spät am Abend den Indonesischen Texten aus der Bibel zu folgen...
ist eine echte Herausforderung, die ich hier nicht gemeistert habe. Hatte schon
Mühe und Not nicht einzuschlafen.
Das Schlafen war
kuschelig. Hatte meinen Hüttenschlafsack und dicke Socken.
Dann geht eine
Sirene los.
Und ein Kaka läuft
herum und faucht in jedes Zelt, dass wir schneller machen sollen. Was für ein
traumhaftes Aufstehen.
Zuerst mal in Linien
und nach Gruppen sortiert sammeln und durchzählen.
Es war noch echt
finster und irgendwann, als zu wenig Leute gezählt wurden, dämmerte es mir. Es
ist noch gar nicht 5:00 und Zeit zum Aufstehen. Es ist mitten in der Nacht und
ein Kind ist verschwunden.
Zunächst wurde mal
gesucht. Die Mädchen dürfen natürlich nur in 7 er Gruppen rum gehen, damit ja
nichts passiert. Als der Junge nicht auf Anhieb entdeckt wurde, gab es einen
Bet Kreis.
Die Oberkakas
suchten derweil die Straße ab.
Nach einiger Zeit
wurden wir dann wieder in die Zelte geschickt, mit der Info, dass wenn er
morgen früh nicht da ist, wir frühzeitig heim fahren werden.
Dort hieß es für
mich erst Mal trösten. Ein Mädchen hat das alles zutiefst verstört und wollte
kaum aufhören zu weinen.
Ab jetzt darf kein
Kind mehr alleine weg gehen und muss sich immer abmelden, wenn es den Zeltplatz
verlässt.
Tag 2
5:00
Morgensport. Der
Junge ist wieder da. Und bis jetzt habe ich noch nicht ganz verstanden wo er
war. Anna meint er ist schlafgewandelt. Was weiß ich, nur gut das er wieder da
ist.
Heute ist der große Haiking Tag hihi endlich wandern. Und
Erzählungen zu folge im Dreck rum kriechen.
Nach dem Frühstück
ging es in die schon vertrauten Reihen und wir wurden mal ein bisschen
eingestimmt.
>Mana suaruMu?<
>Ini suaraKu!<
>Mana semangatMu?<
>Ini semangatKu!<
Mit geschlossenen
Augen bekamen wir dann auch noch Kriegsbemalung. Nom nom. Ein bisschen Dreck im
Gesicht. Wer mag das nicht.
Beim Haiking mussten alle gestern erlernten
Fähigkeiten, nochmal angewendet werden.
Es ging los mit dem
Flaggenalphabet und danach bekamen wir verschhlüsselte Botschaften. Vorwärts
ging es dann den Pfeilen nach. Wobei wir prompt falsch gelaufen sind. Aber die
Oberkakas waren ja immer da um uns in friedlich sanften Tonfall darauf aufmerksam
zu machen.
Dann kamen wir an
einen Bach, der in einem Kanal geführt wurde und brav wie wir sind gingen wir
den Pfeilen nach.
Aaaaber wieder
falsch. Wir müssen nämlich zuerst durch den Tunnel kriechen, der den Bachunter
der Straße durchführt und dann am Bauch den Kanal entlang robben. Kein Ding
mach ich. Meine Gruppe hat sich dabei ein paar schöne Aufschürfungen zu
gezogen, was für die wohl eine extrem schlimme Wunde darstellt. Jedenfalls
kamen die alle heulend bei der nächsten Station an. Dort galt es sich einen
Lutscher zu teilen - nom nom, Speichelaustausch- und die Mädels bekamen Kraut
für ihre Wunden.
Nachdem wir ein
schönes Wanderlied vorgetragen hatten ging es weiter. Diesmal durch ein
schlammiges Bachbett. Die Oberkakas haben da immer schön Äste und Seile
gespannt, damit man ja weit unten kriechen muss.
Dafür waren sie sich
auch nicht zu schade es uns vorzuzeigen das fand ich sehr positiv.
Vorm Aufstehen, gab
es dann noch eine Dosis Schlamm für jeden, damit wir ein bisschen brauner
aussehen. Weiter gehts über Nassreisfelder zu einem Fluss. Erst Mal den Schlamm
vom Körper waschen, das Gesicht wurde uns verboten.
Immer weiter kamen
wir dann zur nächsten Station. Abseilen ins Wasser und endlich Gesicht waschen.
Traumhaft. An der Stelle im Fluss kann man sogar ein bisschen Schwimmen.
Die nächste Hürde
stellte ein Seil dar, welches über den Fluss gespannt wurde. Das meine Mädels
es da nicht rüber geschafft haben, hat mich jetzt nicht sooo überrascht.
Aber ich war dann
schon sehr zufrieden, dass ich es rüber geschafft habe. Meine Arme geben mir
heute auch noch ein Andenken daran. An meiner Technik muss ich noch etwas
arbeiten.
Die Pfeile führten
uns zurück zum Zeltplatz, bzw in die Nähe davon.
Und dort wartete der
schönste Schlamm auf uns.
Das war schon eine
kleine Überwindung. Weil es ja überhaupt nicht notwendig war, da durch zu
kriechen. >So viel zur Tussi - Lukas. Tussenfaktor -100.< und ab ging es
ins Schlammbad. Das hat so lecker gerochen hihi. Im Anschluss noch eine
Schlammdusche, das Gesicht schön mit Schlamm einschmieren und auf die anderen
Gruppen warten.
Nach dem dann alle
im Schlamm gelandet waren, auch die Oberkakas und eine Schlammschlacht eröffnet
wurde, liefen 50 Dreckspatzen dann zum Fluss.
Um das Gefühl von
Sauberkeit wieder zu erlangen.
Meine Schuhe sind
jetzt auch einmal gewaschen worden.
Herrlich. Schwimmen
wie eh und je in Tshirt und Hose, aber langsam gewöhne ich mich daran.
Danach wurde auch
noch mit dem Gartenschlauch nachgeholfen und Seife zur Hilfe genommen.
Sauber sein. Ach wie
herrlich.
Das Zeltabbauen ging
ziemlich schnell und die meiste Zeit brauchte die Zeremonie um die Flagge
wieder hinunter zu holen.
So spannend. So
toll. So viel Liebe für das Vaterland.
Im geliebten Truck
und langen Tshirt - die Sonne hier ist einfach zu stark - ging es dann zurück.
Wenn man nicht auf der Railing sitzt, ist das Truck fahren aber nur halb so
cool.
Ziemlich müde kamen
wir wieder bei der Schule an.
16:00 alle Sachen
abladen und sich verabschieden.
Jetzt weiß ich wieso
das nur eine Nacht ist.
Zwei Nächte mit den
Mengen an Schlaf wäre dann doch etwas viel.
Die ganze Aktion war mega fein. Ob ich meine Kinder hierher schicken würde ist allerdings eine andere Frage.
Die ganze Aktion war mega fein. Ob ich meine Kinder hierher schicken würde ist allerdings eine andere Frage.





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