Dienstag, 29. März 2016

Frohe Ostern - Resumee


Frohe Ostern euch allen!
Ich hoffe ihr habt alle schon eure Osternester und Eier gefunden, verfaulte Eier riechen nämlich gar nicht gut. Das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen.

Bei Gründonnerstag habe ich euch ja noch den besten Teil vorenthalten.
Das wird jetzt alles nachgeholt

Inzwischen bin ich wieder auf meiner lieben kleinen Insel, habe meinen Rucksack ausgepackt, alle Sachen verstaut und mit den Kindern geplaudert. Als Willkommensgeschenk war heute keine Morgenmesse, ich habe mich gefühlt wie im Himmel.
Allerdings... vielleicht muss ich ja jetzt in die Hölle, wenn mein Körper so einen Hostienentzug hat.
In einer Stunde ist das große Wiedersehen mit Anna und ich bin schon gespannt auf ihr Ostern. Ich glaube viel unterschiedlicher kann es gar nicht sein.

In Larantuka habe ich also keinen einzigen toko und kiosk betreten, war zweimal kurz am Strand und wenn ich nicht am Beten in Kirche oder Kapelle war, habe ich geschlafen, gegessen oder gelesen. So ein richtig harter Draufgänger Urlaub also.


Am Gründonnerstag gings das erste Mal an den Strand und ich konnte sogar schwimmen, wenn auch nur für eine halbe Stunde. Die Strände in Larantuka sind ganz anders als die von Sumba. Dort gibt es keinen weißen Sand sondern schokoladefarbenen. 
Ein ganz anderes Feeling, aber ich fand es eigentlich noch schöner, weil es nicht dem typischen Kalender Bild entsprach. In Larantuka sieht man kein endloses Meer sondern schon die kleinen Nachbarsinseln beziehungsweise Flores selbst.
Im Anschluss ging es zu heißen Quellen und das ist riiichtig heiß. Ich konnte Anfangs nicht einmal die Zehen hineinstrecken. Am Ende habe ich mich dann fast mit dem ganzen Körper hineingewagt. Gut dass ich schon eine gewisse Grundbräune habe, sonst wäre ich krebsrot gewesen.

Am Abend ging es dann in die Messe und es war ein selten lustiger Gottesdienst.
In Larantuka war alles ein bisschen kacau - chaotisch/ ungeordnet. Mir wurde die zweite Lesung aufgetragen und ich wurde beim Chor eingeteilt. Dadurch verging die Messe ziemlich schnell und ich kann stolz sagen, dass mir an diesem Tag kein Patzer passierte.
Die Jünger, allesamt männlich, saßen um den Altar alle ohne Socken, außer Einer. Der hatte wohl vergessen, dass ihm die Fußwaschung bevorstand.
 Aber kein Ding, es kam zur Lesung und dem Dialog zwischen Jesus und Simon Petrus, welcher von Pater Veri und einem Jünger vorgetragen wurde.
Simon Petrus: Herr, dann nicht nur meine Füße sondern auch die Hände und das Haupt.
Jesus: Wer vom Bad kommt..... ist eh schon sauber also bist du schon sauber und ich wasche nur deine Füße.

Irgendwie sind wir da leicht abgewichen von der Einheitsübersetzung. Da ist dem Guten wohl der Text abhanden gekommen.

Das hat mir schon so ein kleines Highlight bereitet, aber viel lustiger waren die Ministranten, die am Ende nicht die Monstranz mit dem Weihrauch gesegnet haben, sondern ihre Mit Minis, bis sie von Suster Blandina um 180° gedreht wurden. Das Kreuz mit seinen Kerzen wusste auch nicht ganz den rechten Weg, und sind am Ende in einem anderen Teil der Kirche als Pater mit Monstranz gewesen.
Recht unterhaltsam.
die Monstranz ist gut behalten angekommen 

Samstag war die unglaubliche Wasser und Landesprozession, wo angeblich super viele Bule also weiße sein sollten. Einen einzigen anderen habe ich gesehen und der war Kameramann.
Das ganze war eine mega heiße Angelegenheit,wo ich eine Stunde in der Sonne war und schon rot geworden bin. Die Sonne fetzt hier noch ein bisschen mehr rein als auf Sumba.

Jesus Christ Superstar kann man da nur sagen. Es waren angeblich 20.000 Besucher, hauptsächlich in schwarz gekleidet, die sich unheimlich gedrängt haben um ein Video von diesem einmaligen Erlebnis zu machen. Igitt Menschenmassen.
Der Abend war nicht viel besser da ging es von 19:00- 2:00 früh durch die Straßen, unter anderem im Kreis. Das war zwar ein schöner Anblick, was die vielen Menschen mit Kerzen betraf , aber da auch das auf Portugiesisch gehalten wurde nicht ganz mein Fall.

Am Samstag hieß es ausschlafen, faulenzen und eine halbe Stunde ging es an den Strand. Einfach schön. In diesen Momenten bin ich dann einfach glücklich. Ich glaube ich brauch mal einen Wohnort der nahe am Wasser ist. Vorzugsweise Meer, aber das findet man in Österreich wohl eher nicht.
Diesen Moment können Bilder besser beschreiben als meine Worte. Aber das Fischerboot, als schwarze Silhouette vor blau grauen Hügeln im Hintergrund kam mir magisch vor.

Am Abend ging es diesmal in eine andere Kirche. Die Messe, ich bin fast verhungert, hat etwa drei Stunden gedauert, was unter anderem darauf zu führen war, dass das Feuer nicht gebrannt hat, das Evangelium beinahe zweimal gesungen wurde, weil sich der Vorsänger so oft versungen hat und es wiederholen musste und - mein Lieblingspart - die dritte Lesung, die falsche war. Leider wurde die Person erst kurz vor Ende der falschen Lesung darauf aufmerksam gemacht.

Und auch wenn ich das nie für möglich gehalten hätte, weil ich die Messe in der Osternacht auch zuhause zu lange finde, hat mir die Messe daheim gefehlt. Es ist irgendwie stimmungsvoller. Hier wurden die Lichter viel zu schnell wieder angezündet. Außerdem will ich Deo Gracias und Lumen Christi hören und nicht den indonesischen Counterpart.

Irgendwann um eins ging es dann ins Bett um dann voller frische am Ostersonntag um 7:00 in die Messe zu maschieren.
Diesmal war ich für den kacau Teil verantwortlich. Pater Veri hat mir nämlich liebenswürdiger Weise die Möglichkeit gegeben vor der ganzen Kirche über meine Beziehung zu Gott und meiner Aufgabe in Sumba zu reden. Zu nett von ihm.
Außerdem hat er mich rumsingen gehört und so kam es, dass ich am Ostersonntag in einer kleinen Kirche in Indonesien Halleluja von Leonard Cohen vortrug.
Nur dass ich vor Nervosität nach den ersten zwei Zeilen abbrach, weil ich meinte mich versungen zu haben.

Nichts desto trotz war es dann lustig, weil die gesamte Kirche in den Refrain miteingestiegen ist und wir nach der Messe noch weiter sangen. Außerdem haben sie jetzt vor das Lied fest in ihren Ostersonntag einzuplanen.

Am Abend ging es dann mit einem Bus zurück nach Maumere. Der Bus, hat vier Reihen und ca die Ausmaße eines VW Busses, war gestopft voll und ich fand mich für die erste Stunde zwischen den Reihen ohne Rückenlehen wieder.
Außerdem hatte ich das Vergnügen mit ein paar leicht angetrunkenen Jugendlichen, die mich wunderschön fanden - verfluchte weiße Haut - und leider nicht aufhören wollten mit mir zu sprechen. Das passiert wenn man einmal nicht per Anhalter fährt.
Außerdem kannte sich der Busfahrer in Maumere leider weniger gut aus als ich und so hatte ich noch einen kleinen Nachtspaziergang in der Stadt um dann halb tot im Susteran ins Bett zu fallen.
Mit der Kirche am Ostermontag - ich meine, dass das mein erstes Mal war - schloß ich dann meinen Aufenthalt ab.

Jetzt habe ich zwar eine kleine Kirchenüberdosis, bräuchte Ferien von den Ferien, aber bin der Kirche näher als ich dachte.
Vorher hatte ich einiges Abenteuerliches über Larantuka gehört und hatte schon gedacht, dass ich nach dem Trip Abstand nehmen werde von der katholischen Kirche.
Dem war aber nicht so. Mit den Schwestern zusammen zu leben war lustig und ich habe viel gelernt über Hintergründe und Geschichte. Wenn auch sie etwas anstrengend sind auf Dauer, so wie Mütter die einen betütteln, war es einmalig. In Larantuka war Platz für Fehler während der Messe, aber das war egal, weil es nur darum ging zusammen feiern zu können.


Achja... und Osterhase, Süßigkeiten, Eier oder ähnliches? Nada. Wer käme denn auch auf die Idee den Kindern etwas interessantes zu bieten ;)
Dafür hat er glaub ich bei Anna vorbei geschaut.

Frohen Start in die Arbeitswoche!

Donnerstag, 24. März 2016

Kamis putih - Weißdonnerstag, der vierte Halt

Schön langsam holt mich die Müdigkeit ein. Gestern war ein mega cooler Tag.Der beste bis her.
Dabei hat er gar nicht so toll angefangen.

Ich glaube im Flieger zurück werde ich mal eine Bilanz ziehen, wie viele Stunden ich in Flores denn im Gebet verbracht habe.

Frisch und munter, wer braucht schon Schlaf ging es um 5:45 los zur Ostermesse für den Klerus.
Das war natürlich eine super spannende Angelegenheit, mit 45 Priestern und dem Bischof. Und auch überhaupt nicht langwierig.
Naja egal... Mit solchen Momenten hatte ich schon gerechnet. Die Priester wiederholten quasi ihr Gelübde und dann waren wir unseres Weges.

In Larantuka ist zur Zeit mehr als die Hälfte aller Straßen gesperrt und so bräuchten wir für den Heimweg über eine halbe Stunde. Liegt aber auch daran, das Pater Veri gerne hochtourig fährt und man da im Zweiten nicht so weit kommt.

Zurück im Biara wurde erst mal geplaudert und ich bekam wieder Post. Diesmal sollte der Brief von hier nach Sumba. Ich glaube ich sollte mir mal anschauen, was man auf der Post so machen muss. Zu Mittag gibt es nämlich die Möglichkeit die Marienstatue Tuan Ma zu küssen. Mit einer Andacht.
Ich witterte sofort die Möglichkeit endlich den ersten Haufen Briefe zu stellen zu können (adressiert an Mutter Gottes, Heilige Maria....).
Zusammen mit uns.kam auch der Regen dort an. Bevor ich mich in die Schlange begeben habe, musste ich meine Tasche abgeben und so wartete ich nun mit einem Haufen Briefe in der Hand.
Das ganze ist besonders witzig, da man den Weg vom Eingang der Kapelle (Same place as last time) bis zur Statue auf den Knien zurück legt. Für alle die nicht in meinem unmittelbaren Umfeld sind - ich kniee so gut wie nie. Nach ein paar bezirzenden Worten Indonesis konnte ich die Briefe der heiligen Mutter Gottes darbringen und war ein klein bisschen stolz. Weil ich weiß, dass das den Kindern viel bedeutet.
Und dann hieß es schön in der Zweier Reihe knieen, bis man zur Statue kommt. Links im Raum saßen die Frauen mit den Kerzen, die einen melodiösen Singsang von sich gaben und das ganze ein bisschen festlicher machten. Erinnert entfernt an die Anbetung von Eowa in Avatar.

Frisch geküsst wollte ich zurück, der Pater brachte jedoch gerade zwei Suster nachhause und die anderen zwei wollten noch beten.

Vom Tag zuvor habe ich gelernt, dass es für einen Fußmarsch etwas zu weit ist, aber ich ging trotzdem los. Durch diesen Nieselregen, war es unerträglich warm geworden, die Stadt dämpfte. Und ich rutschte aus, woraufhin mein Flipflop kaputt ging. Mit einem Flipflop heim zu gehen ist nun wirklich kein Spaß und ein junges Pärchen, welches zur Arbeit hier war, nahm mich in ihrem Auto mit. Heute wusste ich ja wenigstens wohin.
Nur dass die zwei den Ort nicht kannten.
Ich meinte, ich würde es schon erkennen und so fuhren wir  dahin. Nach einiger Zeit, kamen wir an einer Kirche vorbei und ich meinte, hier richtig zu sein. Ich verabschiedete mich und bedankte mich nochmals ganz herzlich und ging den Hügel hinauf.

Natürlich war es die falsche Kirche. So was wäre mir auf Sumba nicht passiert, da gibt es nämlich zur Zeit nur eine große in Waingapu.
Ja schön blöd... irren ist menschlich. Beim nächsten Haus blieb ich stehen und fragte wir viel Kilometer es denn noch sein.
3... Das geht ja. Aber auch hier war wieder jemand so nett mich mitzunehmen.

Langsam wird das zu meinem Hobby. Man lernt so viele Leute kennen auf diese Art.

Doch etwas erschöpft gab s mal Mittagessen und eine Ruhepause. Um dann zum Highlight zu kommen.

Auf Streifzug - der dritte Halt

Heute ging es etwas humaner los. Nach einer halbschlaflosen Nacht gab es um 6:00 eine Morgenmesse, der etwas anderen Art. Neben dem Biara gibt es eine kleine Kapelle und dort haben wir uns heute zu sechst um den Altar versammelt. Gesungen wurde nicht, dafür durfte ich wieder einmal die Lesung vortragen und - ein seltenes Highlight - ich habe mal wieder das Blut Christie bekommen.

Im Anschluss gab s ein gemeinsames Frühstück und eine nicht enden wollende Tratschrunde.

Larantuka ist so katholisch, dass es überall Lautsprecher gibt, die Verlautbarungen verkünden. Heute erfuhren wir so, dass sich alle Besucher registrieren müssen, in der Kathedrale, um an der Prozession teilnehmen zu dürfen.

Dort angekommen wollten wir eben dies tun. Mein Ruf ist mir jedoch schon vorausgeeilt. Irgendwer - ich weiß bis jetzt nicht wer - hatte mich bereits vor einiger Zeit registriert. Zur Größenordnung, meine Schwestern haben Nummern größer 1200 ich jedoch 548.
Das dürfte gut gefüllt sein am Freitag.

Danach bin ich alleine aufgebrochen zum Hafen. Ich war schon zu lange nicht am Meer. Kinder sind von einem der Bootsstege in s Hafenbecken gesprungen und die Zahl an Männern auf Motorrädern die mich mitnehmen wollen überstieg den mir bekannten Zahlenbereich.

Wenn man als Weißer in abgeschlageneren Gegenden unterwegs ist, muss man sicher als Fotomodel herhalten. So auch am Hafen. Da saßen gerade die Jungs von der Seewache und weil sie die Ersten waren, war ich noch guter Dinge. Das ganze hat sich als ziemlicher Glücksgriff herausgestellt. Sie haben mich dann noch auf das Schiff eingeladen und mir eine Tour gegeben. Von der Spitze, wo wir alle einen auf Titanic gemacht haben, bis oben zur Brücke wo ich sogar ans Steuer durfte.

Schon ein faszinierendes Leben, wenn man auf einem Schiff wohnt. Im Anschluss spazierte ich durch die Stadt und sah in die kleinen Geschäfte. Das Angebot war ziemlich das gleiche wie in Waingapu. Immer der Nase nach stieß ich auf ziemlich viele Straßensperren und dahinter Leute, die Vorbereitungen für das Fest erledigten.

Bei den Goldputzern blieb ich etwas länger, aber das komplett männliche Publikum war dann doch eher anstrengend und so spazierte ich weiter. Die Straße war eine Uferpromenade. Zur linken war ein breiter Grünstreifen - überraschend sauber, was wohl auf die katholische Kirche zurück zu führen ist- mit Bäumen und dann das Meer. Wären wir hier in Europa, gäbe es jetzt zur rechten nette Lokale, Straßenhändler und süße Geschäfte. Hier... gibt's Absperrungen, Strohhäuser und Kirchen.
Alle 5 Minuten kommt man wieder an einer Kirche, Kapelle oder anderen Gebetsstätten vorbei.

Katholische Hochburg hald.

Top motiviert dachte ich, dass ich zu Fuß zurück zur Biara gehen werde. Da war mir die Kilometer Zahl noch nicht so bewusst. Jetzt weiß ich, dass es ~10km sind.
Irgendwann kam ein Regenschauer und ich kam noch an vielen Menschen vorbei, die Fahnen hissen, Bühnen aufbauen und Absperrungen aufstellen. Ein, Zwei wollten mich nachhause fahren, aber der Richtige war nicht dabei.
Irgendwann kam ich raus aus dem Ort, am Friedhof vorbei, sowie am Markt. Meine Reise nur durch Fotos unterbrochen. Mal habe ich fotografiert und dann wurde ich fotografiert.

Nach einer Stunde war meine Laune schon etwas gesunken, dieses ständige Fotografieren geht einem einfach auf die Nerven.
Und dann kam der auf den ich die ganze Zeit gewartet habe. Ein alter Mann, dessen Namen ich nicht einmal kenne, der mich ohne etwas dafür zu verlangen mitnahm. Der beste Part dabei war, dass ich nicht mal den Namen von der Biara wusste. Aber da der Mann ein braver Kirchgänger ist, kannte er sich sofort aus.

So kam ich wohl behalten, schweiß gebadet und erschöpft an und fiel erst mal ins Bett.
Am Abend ging es mit den Schwestern dann noch mal hinaus. Zu einer Andacht oder etwas in der Art.
Vollkommen unsumbanesisch waren wir zu früh.

Die Kapelle war weiß gefließt und abgesehen von vielen Schemeln leer. Die erste Reihe wurde von kleinen Kerzentischen gebildet.
Nach und nach füllte sich die Kapelle und ich war mit schwarz genau richtig gekleidet.
Es folgte eine zweistündige Marienanbetung, die größtenteils auf portugiesisch gehalten wurde.
- Ich wollte immer schon mal den Rosenkranz auf portugiesisch beten.

Die Königsfamilie war in der Vorbeterfunktion und die Frauen waren für die Kerzen verantwortlich.
Das eindruckvollsten kam am Schluss. Alle knieten am Boden, die Lichter würden gelöscht und dann auch all die Kerzen.

Dann ging der Lärm los. Vor der Tür liefen Männer mit Wellblech und alten Dosen über den Beton und schlugen währenddessen noch darauf ein, um einen möglichst großen Krawall zu machen.

Das dauerte 5 Minuten und es wurde wieder hell. Die Andacht schloß mit einem Lied und nach und nach gingen alle wieder ihres Weges.

Die Osterfeiern haben offiziell begonnen.
Es war schon Abend und dann kam die Nacht.
Morgen soll die Marienstatue enthüllt werden... es wird spannend.

Mittwoch, 23. März 2016

Der Weg nach Larantuka - der zweite Halt

Heute um 5:30 ging es in die Kirche. Nur gut, sonst vergesse ich noch was früh aufstehen bedeutet oder beten.
Die Kirche ist toll und diesmal ist das ernst gemeint. Es gibt viele Fenster und Glasmalereien, drei Emporen und viele Besucher!!
Dafür schwächelt der Hochaltar, mit mit schwarzbraune lackierten Holz fange ich nicht so viel an.
Weil ich mich einmal im Leben anpassen wollte, habe ich mich sogar hingekniet.
Muss dieser Einfluss der Schwestern sein.
Beim Frühstück wurde der Plan geschlossen um elf los zu fahren und dementsprechend überrascht war ich, als es dann schon um 10:15 los ging. Gestern hatten die liebenswerten Schwestern nämlich für alles ewig gebraucht.
Aber bald wurde mir klar wieso wir vermeintlich früher los gekommen sind.
Wir sind noch auf einen shoppingtrip gefahren wo wir mit genug Snacks für einen Heimflug eingedeckt wurden. Im Anschluss wurde dann noch eine Schwester vom Ausbildungshaus abgeholt, nur um dann wieder zum ersten Systeran zu fahren. Letztendlich war es dann gut nach elf als wir endlich los kamen.
Und was wurde auf dieser Autofahrt getratscht. Pater Very ist eine richtige Plaudertasche und einer von den vier Schwestern fällt sicher eine Antwort an.
So vergeht die Autofahrt, unterbrochen von meinen Lachern (ich komme endlich wieder zum Lesen und das Buch war verboten lustig) und mit einem weiteren Zwischenhalt in einem Systeran von SCMM. Langsam kenne ich mich aus bei dem Orden.
Und wie es nicht anders kommen konnte... fingen natürlich auch die Rekrutierungsversuche an.
Es wäre doch so passend wenn du Syster werden würdest. Eine Tochter Maria.
Chrmm... chrm. Nur gut das ich meine Motte als Ausrede habe. Und natürlich meine Liebe für Hosen.
Nachmittags kamen wir im Biara an, meiner Unterkunft über die Ostertage.
Joa... nett. Ein kleines Mückennest, deswegen habe ich zur Begrüßung mal eine Dose Autan bekommen.
Der Abend wurde gemütlich verbracht. Mit kochen, Essen und plaudern. Und natürlich über die tollen deutschen Patres schwärmen, die die für die katholische Kirche gewonnen haben.
Die Schwestern haben sich bald zurück gezogen, mit begeistertem Blick als ich auch Bier getrunken habe, was mich mit dem Pater alleine lies.
Bald darauf kam noch Pater Okto. Und ich glaube mir ist noch kein Indonesier begegnet der so schnell redet wie er.
Es wurde Abend und es wurde Nacht.
Der zweite Halt.
(Die Fotos kommen auch noch, sobald sie oben sind kommt eine Benachrichtigung :)... Aber zur Zeit funktioniert das rauf laden nicht. :( )

Dienstag, 22. März 2016

Die Reise beginnt - der erste Halt

Alles gepackt? Von den Kindern verabschiedet? Alle Briefe dabei? (Ich habe meine neue Berufung gefunden, ich werde Postbote. Die Kinder haben mir Gebete und Bitten an Mutter Maria mitgegeben) Ja... Na dann kanns ja los gehen. Für mich geht es heute nach Flores, einer Nachbarinsel von Sumba und die katholische Insel Indonesiens.
Geflogen wird mit Susi Air. Einer kleinen Propellermaschine, die 9 Passagiere befördern kann. Damit das höchstzulässige Gesamtgewicht nicht überschritten wird, wird nicht nur das Gepäck abgewogen sondern auch der Passagier.
Super toll für mich, wo ich gleich mal 20 kg mehr auf die Waage bringe, als die Frau vor mir. (Gut... sie geht mir gerade mal bis zur Brust, aber trotzdem kein schönes Gefühl.)
Und dann.. heißt es in die Maschine klettern, mit freier Sitzplatzwahl. Obwohl ich die letzte war, habe ich meiner Meinung nach den besten Sitzplatz bekommen. Direkt hinter dem Pilot. Das heißt ich könnte die ganze Zeit mit verfolgen, auf welcher Höhe wir uns befinden.
Maximale Flughöhe -11000m
Das ist ideal um die Landschaft zu sehen. Damit ich auf dem 70 minütigen Flug (der übrigens 30 Minuten früher los ging, weil alle  Passagiere schon anwesend waren) nicht verhungert, gibt es sogar einen kleinen Snack. Das ist größerer Luxus als bei WingsAir und AirAsia.
Den Flug habe ich damit verbracht die Aussicht zu genießen und an mein Brüderchen zu denken. Mein Highlight waren aber die zwei weißen (!!) Piloten, die selbst mit iPhone fotografiert haben und den Landeanflug mit der GoPro gefilmt. Wenn die mich auch wieder heimfliegen, werde ich mit denen mal ein paar Wörtchen reden.
Mein Highlight war aber eine Marienstatue, die mich an den Christus von Rio erinnert hat. Die Statue steht auf einem Hügel vor der Stadt und leuchtet einem weiß entgegen. Lasset die religiöse Reise beginnen.
Ja.... jetzt bin ich also in Maumere. Der Flughafen ist königlich - im Vergleich zu Waingapu und neu renoviert. Man merkt das Flores ein Touristenziel ist und das ist auch mein Eindruck, als ich durch die Straßen fahre.
Abgeholt wurde ich relativ überraschend von einer SCMM Ordensschwester. Jetzt warte ich hier im Susteran auf Pater Very, mit dem es dann morgen nach Larantukar geht.
Das Susteran ist wunderschön weiß und ungewohnt sauber, hier lässt es sich gut leben. Mal schauen was beim ersten Halt meiner Reise noch alles passiert.
Und eine Frage habe ich jetzt schon. Was ist wichtig beim Reisen. Von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit oder die Begegnungen die ich irgendwo im nirgendwo mache.

Donnerstag, 17. März 2016

Nachtrag: Zwischenseminar im Februar

Ja, nun ist es soweit.. Starreporterin Anna ist aus der Sommerpause zurückgekehrt und beteiligt sich nun wieder an diesem herrlichen Blogprojekt. Dazu ganz passend gleich ein verspäteter Eintrag..

Jetzt, wo die Hälfte unser Zeit hier schon vorbei ist, fordert der IJFD von uns, dass wir uns zu einem Zwischenseminar begeben, ähnlich dem vor unserem FSJ hier. Dabei sollten wir wohl unsere bisherigen Erfahrungen reflektieren und unser Leben bzw. unsere Arbeit hier besprechen.Tja, da haben die Deutschen aber nicht mit den Sumbanesen gerechnet.. Natürlich haben wir brav ein Seminar gemacht, doch war es eher ein Ausflug über die Kultur und Bräuche Sumbas.

Das Seminar hat Mitte Februar begonnen und sollte ca. eine Woche dauern. Morgens an unserem Abreisetag mussten wir leider noch erfahren, das vor kurzem der Vater von Pater Jack verstorben sei, Pater Jack also wahrscheinlich aus Deutschland nach Sumba heimkehrt. Unser Seminar fand in Südwestsumba statt, lag also ganz in der Nähe von Pater Jacks Wohnort, sodass wir an unserem Ankunftstag gleich mal seinem verstorbenen Vater einen beileidsbekundenen Besuch abgestattet haben.
Auf Sumba gehört es sich so, wenn ein Bekannter, Freund oder Freund eines Bekannten verstirbt, den Verstorbenen im Hause zu besuchen und der Familie sein Beileid auszudrücken, indem man ein bisschen vor dem Haus zusammensitzt. In dem Fall von Pater Jacks Vater saßen wir nun gemütlich auf der Veranda vor dem Haus, schlürften unseren überzuckerten Tee oder Kaffee und lauschten der Geschichte, wie die letzten Tage des Vaters ausgesehen hatten. Plötzlich fängt das Haus an zu wackeln, alles ging drunter und drüber, die meisten rannten vor Angst schreiend aus dem Haus in den Garten. Wir vier waren erstmal verdutzt, wer rechnet auch schon mit einem Erdbeben zu so einer Zeit, an so einem Ort. Schließlich schlossen wir uns adrenalingeladen dem irren Gerenne (etwas langsamer jedoch) an, da die meisten wohl aus der Furcht flüchteten, dass das Haus nicht stabil genug war. So kam es uns auch vernünftig vor, im Garten auf die Beruhigung der Lage zu warten, sie kannten sich ja gewiss besser mit der Vertrauenswürdigkeit ihrer Architektur aus.
Später wurde uns zum einen erklärt, dass Erdbeben ein äußert seltenes Phänomen auf Sumba sind, und daher auch die übermäßige Furcht der meisten zu erklären wäre. Ha, und später kam noch eine viel bessere Erklärung: Das Erdbeben sei nämlich von dem Geist des Verstorbenen ausgelöst worden, da heute weder die Sonne schiene noch für ihn schon die Gonge angestimmt wurden. Das klang wohl für einige einleuchtend und so wurden ganz schnell die zeremoniellen Gonge aufgehangen und eine laute Euphonie aus Gongschlägen vermischt mit eingeworfenen Gesangs- /Schreieinlagen erklang. Es klang ziemlich laut und wild, doch irgendwie passte es zur Stimmung, wenn die Menschen hier auf ihre intensive,ursprüngliche Art und Weise trauern.
Nun war danach wirklich alles sicher und es gab zum Glück weder Verletzte noch Sachschäden. Später erreichte uns dann die Informationen aus den anderen Teilen von Sumba, doch scheint das Erdbeben (mit einer Stärke von ca. 6,6 auf der Richterskala) überall gut überstanden worden zu sein.

Die nächsten Seminartage verliefen dann eher ereignisloser (aber nicht erlebnisloser), wogegen wir aber auch nichts einzuwenden hatten. Für uns war es ein bisschen wie Urlaub. Der Seminarleiter Pater Robert ist kein ausgebildeter Seminarleiter, sondern ein Experte auf dem Gebiet der Kultur Sumbas. Er erzählte uns morgens (wenn es von seinem Zeitplan her passte) einiges Interessantes über die Geschichte, Religion, Bräuche und das Leben auf Sumba und nachmittags fuhren wir dann meistens mit unserem Privatbus an einige kulturell bedeutsame Orte in näherer Umgebung. Also zum Beispiel traditionelle Dörfer, die an der charakteristischen Hausarchitektur zu erkennen sind, das Kulturmuseum oder zur Redemptoristenvilla, die am Strand gelegen eine gute Aussicht über den Hafen bietet. Oder an einen der schönsten Strände Sumbas. Oder einen etwas weiter entfernten paradiesischen Meerausläufer, der fast wie ein See wirkt und mit seinem türkisen, warmen Wasser ganz natürlich zum Schwimmen einlädt. Muss man auf jeden Fall alles mal gesehen haben. 


Danau (See) Waikuri
Pantai (Strand) Menaga Aba
Familie, die im Dorf Menola wohnt
Ratenggaro - traditionelles Dorf


Ein weiteres Highlight des Seminars war das Essen dort. Die tollen Mahlzeiten dreimal am Tag wurden unterstützt durch einige Snacks wie Pisang goreng (frittierte Bananen) oder frisch vom Baum gepflückte Kokosnuss. Und an einem Abend wurde die Mahlzeit sogar extra für uns noch um einige Packungen Pizza erweitert.. Die erste Pizza seit einer gefühlten Ewigkeit... Herrlich! Und auch sehr gut in Kombination mit Reis! 

Leckere Kokosnussmilch, ganz ohne Konservierungsstoffe

Einblick in eine unserer Bambushütten


Ausblick auf die Bambushütten in der Kulturhausanlage


Geschlafen haben wir dort übrigens in traditionellen Bambushäusern, ziemlich cool zumal sie noch modern mit Klimaanlage und europäischen Badezimmer gepimpt waren. Und um das Kulturerlebnis komplett abzurunden, endete das Seminar schließlich mit der Beerdigung von Pater Jacks Vater, auf der wir in traditioneller sumbanesicher Kleidung erschienen. Jedes Detail hat gepasst, besonders, dass wir viel zu spät gekommen sind, sodass wir die Messe, die Beerdigung und die Schlachtung der dargebrachten Tiere verpasst haben und auf der Hinfahrt schon die ersten Heimkehrer trafen. Hat sich aber trotzdem noch gelohnt, vorbeizuschauen, nachdem die anfängliche Schmach, dass wir alles verpasst hatten, überwunden war. Wir haben Pater Jack getroffen und konnten den großen Haufen an Büffelkadavern bestaunen und haben schließlich wieder vor seinem Haus überzuckerten Tee oder Kaffee getrunken. Anschließend hieß es Abschied nehmen und die Rückkehr nach Waingapu antreten. Dort kamen wir dann mehr oder weniger spätabends an (Anja kam bestimmt zwei Stunden vor mir an, sie hatte aber auch einen irren Fahrer, der ordentlich auf die Tube gedrückt hat - wohingegen mir das Glück zuteil wurde, im Tantenauto gemütlich über die Straßen zu tuckern)

 
 


Montag, 14. März 2016

Nachtrag 21.2.: gunung meja - wandern auf Sumba


Leute... ich bin so am Sand. Ich würde mich am Liebsten gar nicht mehr bewegen und einfach nur schlafen. irgendwas wo meine Füße absolut gar nichts machen müssen.

Anna und ich waren heute mal wieder mit den Pramuka Leuten unterwegs und es scheint, als ob ein Ausflug mit denen zwangsläufig mega anstrengend ist.
So hat auch der heutige Tag nicht enttäuscht.

Treffpunkt um sieben bei der Schule und so ging es pünktlich um acht los. Mit insgesamt 24 Schulkindern, zwei Lehrern und fünf Polizisten ging es los.
Die Ausrüstung wich doch sehr stark voneinander ab. Anna und ich in kurzen Hosen und Tshirt und Wanderrucksack und Sport bzw Wanderschuhe. Ein paar andere hingegen in Ballerinas, langen Jeans und die Polizisten überhaupt im Pullover. Man will ja vermeiden, dass man braun werden könnte.

Das Gehtempo war gleich mal... ermüdend langsam.
Deswegen bin ich bald aus dem Gänsemarsch ausgebrochen und vor gestapft. Immer den weisen Polizisten nach. Die dann beschlossen haben, dass wir jetzt einfach irgendwo hinunter klettern.
So gab es einen Wildwechsel von einer Seite einer kleinen Schlucht zur anderen. An den Wurzeln und Baumstämmen entlang hantelnd und an Dornen vorbei ging es vorand. Den Weg fand ich super toll, ich war überzeugt davon, dass wir den Weg verloren haben. Hab mir gleich ein paar blutige Kratzer zu gezogen.
Aber wie es sich herausstellt war das alles Teil des Planes, damit der Ausflug spannender wird.

Nach diesem Abenteuer hat sich unsere Gruppe bereits in langsamere und schnellere Leute geteilt. Und unsere Reise wurde von zusammen warten bestimmt.
Irgendwann wurden die Abstände immer größer bis wir endlich in einen Wald kamen. Zuvor sind wir in der Graslandschaft bei prallender Sonne unterwegs gewesen.
Im Wald war es kühler und es ging stetig bergab. Nichtsdestotrotz war mein Gesicht schweiß gebadet. Wir verfolgten eine Wasserleitung die uns zum Bach und der Bach schließlich zum Wasserfall führen sollte. Hier habe ich zum Ersten mal gehört, dass Waingapu Trinkwasser hat.

Auf einer Campingstelle haben wir dann über eine halbe Stunde auf alle Mitglieder gewartet. Anna und ich haben die Zeit mal wieder genutzt um uns einzucremen. Die denken jetzt wahrscheinlich alle, das wir tussig sind. Sonnencreme ist hier etwas eher unbekanntes.

Im darauffolgenden letzten Abschnitt habe ich Anna verloren und überhaupt den vorderen Teil der Gruppe. So sind wir den Fluss und im Fluss entlanggeirrt und haben immer wieder versucht zu hören wo die anderen sind. Ich war wieder mal überzeugt davon, dass wir am falschen Weg waren und es eigentlich einen wirklichen Weg im Wald gibt.
Nach einer schieren Unendlichkeit und auf meiner Seite schon etwas wackeligen Beinen, bin ich bei den anderen angekommen.

Der Wasserfall.

Und das allerbeste daran... kaltes Wasser, wie Zuhause in einem Gebirgssee, und endlich von dem Ganzen Schweiß befreien.
Schwimmen in Wasser, welches ich sogar getrunken habe. Ob es eine gute Idee war wird sich weisen. Und ein hoooooooher Wasserfall. Die Strapazen haben sich ausgezahlt und ich glaube er war sogar noch schöner einfach weil ich weiß, dass ich mich dafür angestrengt habe ihn zu sehen. 

Pramuka - immer wieder gerne. 
Ob ich mich morgen bewegen kann, ist eine andere Frage. 




ein Tagesausflug in den Osten

Montag ging es hinaus aus der Stadt zu unentdeckten Orten von Sumba. Vor einigen Wochen oder Monaten hat mich Pater Leo nach Ngallu eingeladen und heute könnten Anna und ich bei Pater Tony mit nach Ngallu fahren.
Besagter Ort ist 105km von Waingapu entfernt und in etwas mehr als zwei Stunden zu erreichen.
Die Straße ist ein Traum, ein Highway wie er selten auf Sumba vorzufinden ist.
Vorort war dann eine Besprechung von den Priestern des Bezirks und Anna und ich.... sind mal eben mit Om Franz auf einen kleinen Ausflug gefahren. Watu Puruna.
Der Platz kommt auf meine Top 5 Liste von Sumba. Watu parunu.
Einfach weil man auf den Hügel hinauf klettern und den ganzen Strand von oben bewundern konnte. Passend ausgerüstet wie immer - in Flipflops.
In Wahrheit ist dieser Strand die Verlängerung von dem Strand von pergi ke pantai. Er zieht sich einfach die ganze Küste entlang, aber der Hügel, der hier ist, macht das ganze einfach besonders.
Da wir keine Wechselsachen mithatten blieb das Schwimmen nach dem schweißtreibenden Aufstieg leider aus. Aber das Gefühl da oben zu sein.... Viel zu fein. Kleine Augenblicke in denen man einfach nur Glück (und Schweiß) fühlt. Dinge, die unser Leben lebenswert machen.
Den Rückweg über, waren wir bei Pater Agus im Auto und konnten diversen Gesprächen lauschen.
Wir haben nämlich eine Dame aus Deutschland von Kindermissionswerk abgeholt. Die betreut einige Projekte in Indonesien und sieht zurzeit nach dem Rechten. Übrigens hat sie uns auch informiert das die Aula von der SMA und SMP den Zuschuss für die Renovierung bekommen hat. Außerdem aben wir, uns am Rückweg noch ein Königs Dorf angeschaut. Da gab es beeindruckende Grabsteine. Trotzdem würde ich keinen von diesen Fingern vor meinem Haus stehen haben wollen. Ein kleines Highlight, es gab ein Haus, das zwei Stockwerke hatte. Kleiner Nachteil, es sag aus wie ein verlassener Saloon aus einem Western. Außerdem haben wir bei dem Ausflug wieder einmal von den Traditionen Sumbas gehört, wie schon am Zwischenseminar.
Wenn ein König verstirbt müssen alle Leute der Familie Zeit haben zu kommen. Wenn in dem einen Jahr also Nichten und Neffen nicht können und im nächsten der Bruder... vergeht schon mal ein Zeitl. Damit der Körper nicht anfängt zu stinken, wird er immer weiter in Stoffe eingewickelt, an die 50 Stoffe zum Beispiel. Weiters gibt es einen Hüter für den Verstorbenen. Dieser darf in der Zeit des Hütens nicht von dessen Seite weichen, außer um aufs WC zu gehen und sich umzuziehen. Duschen hingegen ist untersagt. Daher kommen etwaige Gerüche eher von Hüter als vom Verstorbenen. Traumjob - wer will?
Zusammen mit der Dame waren wir noch am Wasserwerk.
Der Fluss ein kleines Schlammwunder war super stark und super laut. Das beste ist, dass das keine 15 Minuten von uns weg ist und wir gerade erst zum ersten Mal dort waren.
Ein Ausflug, der sich mehr als ausgezahlt hat.

Sonntag, 13. März 2016

Wie jeder andere Sonntag

Seit Ewigkeiten waren Anna und ich wieder einmal auf einem Ausflug zur Stasi dabei.
Es ging Richtung Nggonggi, über die Straßenverhältnisse kann man ja bereits in wenn Könige zu Grabe getragen werden lesen. Nur diesmal war alles wunderschön grün.
Da wurde meine Wanderlust wieder einmal entfacht.
Deshalb sind Anna und ich in unserem Wanderoutfit gleich mal ein Stück hinauf gewandert. Gipfel gibt es hier übrigens nicht wirklich, alle Berge wirken so als hätte man die Spitze abgeschnitten.

An alle zuhause einen kleinen Sonntagsgruß

Freitag, 11. März 2016

kurzer Einschub

für alle die immer am aktuellen Stand sein wollen...


gibt es jetzt die Möglichkeit eine Email zu bekommen, wenn mal wieder ein neuer Post reinschneit, könnt ihr einfach unter diesem Post, eure Emailadresse kommentieren, oder sie per Mail an mich schicken brandneranja@gmail.com

Dann kann ich euch in einen Verteiler reinsetzen und ihr bekommt eine Nachricht sobald ein neuer Post vorhanden ist.

Frohes Neues Jahr

1938 hat endlich begonnen.
Das Indonesien mit ein paar Inseln noch in der Vergangenheit liegt, bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Am 9.3. war der Neujahrstag der Hinduisten. Am hari nyepi darf niemand auf die Straßen, weil am ersten Tag des neuen Jahres die Geister durch die Straßen ziehen.
Abends werden keine Lichter eingeschaltet und die ganze Insel versinkt in Dunkelheit. Klingt so magisch.... das ich wünschte ich könnte hinaus gehen und die Leere genießen.

Wir haben uns ein Zimmer mit Bad und Freiluft Küche gemietet für die Zeit und weil es alles in einer geschlossenen Anlage war, konnten wir sogar hinaus und ein bisschen am Pool *Luxus* entspannen. Gruselig war es erst als wir abends bei der Rezeption ein paar Dinge klären wollten und dann in die absolute Dunkelheit kamen.
Wenn es so dunkel ist, dass der Himmel mit Sternen hell ist.
Und für mich ist gerade ausgehen, wenn ich nichts sehen kann, verdammt schwierig.

Aber jetzt noch kurz zum 8.3. Wie auch bei uns wird der Übergang von Jahr zu Jahr ordentlich gefeiert. Die Balinesen haben dafür riesige Figuren angefertigt, mit denen dann eine Prozession durchgeführt wird die dann, zumindest in unserem Fall, am Strand endet. Dort bleiben die Figuren dann bis sie nach ein paar Tagen dann verbrannt werden.
Ich hab ein paar Bilder dazu, die Statuen reden von sich alleine genug.
Jedes Jahr werden sie wieder angefertigt und jede Figur hat eine eigene Gruppe an Tänzerinnen und Trägern.
Der Menschenauflauf ist gewaltig und die Vorbereitung auf diesen Tag ebenfalls. Die meisten Geschäfte leer gekauft (ich meine dass hari nyepi der einzige Tag im Jahr ist wo die Geschäfte alle zu haben) und ein unglaublicher Stau in der Stadt.

Und bis sechs Uhr früh müssen es alle Partytiger nachhause geschafft haben. Sonst dürfen sie im Gefängnis ausnüchtern - wo es aber immerhin Essen gibt.

Sonntag, 6. März 2016

A day trip to...


Heute geht es mal raus aus Bangkok. Mit ganzen 1700 Baht wagen wir uns nochmal hinaus. Das wird schon schief gehen.
Unser Ziel ist Pattaya - die dreckigste Stadt ganz Thailands, wenn man ein paar Berichten glauben schenken kann. Außerdem eine Hochburg der Prostitution. Wieso wir uns so eine Destination aussuchen?

In dieser Stadt ist die Fahrer Ray Foundation, wo Jan und Lara arbeiten. Das heißt wir können nicht nur die Freizeit sondern auch die tatsächliche Arbeit kennen lernen. Montag gehen wir nämlich auch mit in die Schule. Außerdem gibt uns das die Gelegenheit auch Lara wieder zu sehen.

Der Busbahnhof ist cool, da kommt man einfach hin, geht zum Schalter, nimmt den nächsten Bus der fährt und wartet hald dann dementsprechend lange.
Die Busse ansich sind für Sumba Standard echt geräumig. Auch wenn man an das Flugzeug von Airasia denkt, da hatte nämlich nicht mal ich Platz.

Aus dem Fenster sieht man einen Haufen Straßen und irgendwann merkt man sogar, dass man das Stadtgebiet Bangkok verlassen hat, nur um dann wenige Augenblicke später die Gegend von Pattaya zu erblicken.

Pattaya ist eine schräge Stadt. Etwas am Rande gelegen ist die Father Ray Foundation, wo wir untergebracht sind. Die Anlage ist großzügig gebaut und die Schule ebenfalls groß. Es gibt einen swimmingpool, tennisplatz und schöne Plätzchen zum Verweilen. Zur Zeit wird ein neues Gebäude gebaut für Treffen. Die Foundation arbeitet mit Menschen mit Behinderung und Lara und Jan sind Englisch Lehrer mit 10 anderen Volunteers von aller Welt. Die Stadt an sich ist eine Touristen Hochburg und der perfekte Ort für kleine Abenteuer. Mit Lara als Fremdenführer waren Anna und ich gut unterwegs. So waren wir auf der Terasse vom Hilton Hotel - das hatte schon echt Stil.
Und abends hat sie uns die Walking Street gezeigt. Das ist eine Straße die voll mit Bars und Bordellen ist. Natürlich war das brechend voll und es gab so viele Lichter - Überforderung.

Aber ich bin müde, genug für heute. Als normaler Tourist würde ich niemals nach Pattaya kommen, aber ein Erlebnis war es jedenfalls.

P.S: es kommen jetzt wieder mehr Posts. Öfter vorbei schauen lohnt sich.v.l. schreibt sogar Anna was....


Samstag, 5. März 2016

Eiszeit- Bangkok 2

Ich sitze gerade im skytrain von Bangkok und nutze die Zeit um ein paar Gedanken zu sammeln. Nachdem ich mich erst einmal eingepackt habe, in meinen neuen Sweater, geht es jetzt einmal durch die Stadt. Es hat ca 18 Grad und die Leuchtmittel strahlen.
Kleiner Gegensatz zu den 38 Grad draußen mit strahlendem Sonnenschein.
auch Bangkok ist eine von den Städten die dem Klimaanlagen Wahn verfallen sind.

Ok wo fange ich an. Ich habe ja gestern schon erwähnt, dass man in Bangkok gut shoppen kann. So waren Anna und ich auf drei Ebenen, die die Grundfläche von einem Block haben, ziemlich beschäftigt. Und die Sachen sind super cool. Man findet gefühlt alles in diversen Preisklassen. Einen Haken gibt es allerdings - anprobieren verboten. Deswegen habe ich mich etwas zurück gehalten, habe gehört das ich etwas größer bin als die durchschnittliche Thailänderin. Aber ein paar Dinge mussten einfach sein. Vor allem ist es doch eigentlich viel spannender, die Taschen voller Einkäufe zu haben und gespannt darauf zu warten um es anzuprobieren und dann zur Erkenntnis zu kommen ob es ein echtes Schnäppchen oder raus geschlossenes Geld war.

Gestern war außerdem der Geburtstag von unserem kleinen Taco (Benedict/Aco/Benny). Da haben wir uns ein richtig leckeres Frühstück gegönnt.
Pancakes Leute!!! Und Tacos... (Das ist lustig weil...) Dorthin sind wir übrigens Top motiviert zu Fuß hin - in Bangkok gehe ich alles was ich in Waingapu zu wenig gehe, jedes Taxi wird vermieden, wir haben ja noch gesunde Beine- weil die Taxifahrer mich alle wahnsinnig machen. Taco meint, dass die wahrscheinlich unterbezahlt sind und nur durch krumme Dinge am Ende des Tages genug Geld überhaben. Ja Bangkok hat auch seine Schattenseiten. So gibt es für Leute mit Behinderung kaum bis gar keine Unterstützung und es kann schon mal vorkommen, dass auf dem Gehsteig ein Mann ohne Arme und Beine herumliegt. Für Leute die besondere Unterstützung brauchen, scheint es hier kaum Toleranz zu geben. Dafür für ladyboys und allgemein Prostitution zu allen Tageszeiten - mir wäre das ja gar nicht aufgefallen, aber die anderen haben mich natürlich gerne darauf aufmerksam gemacht, dass der nette Mann (mit Lippenstift im Gesicht), der mit einer jungen Frau ( mit zu viel Makeup) am Bankomaten steht, vermutlich nicht Geld für den Lebensmitteleinkauf abhebt.

Ein weiteres Highlight gestern war das Zusammentreffen mit.....

trommelwirbel
(Anna und ich haben Haare geschnitten)
...

Tim, Julia und Jan (samt drei Freunden, die zu Besuch waren).

Für alle die nicht aus Bonn Umfeld stammen, das sind die Thailändischen Volunteers. Julia und Tim sind im Moment in Bangkok stationiert und Jan mit Lara in Phattaya.
Das war wirklich schräg die Leute wieder zu sehen und sich austauschen zu können. Das letzte Mal habe ich sie am Vorbereitungsseminar in den Niederlanden gesehen und sie haben sich schon verändert. Julia hat glaube ich auch einen Blog, www.juliainbangkok.wordpress.com, falls ihr über andere Geschehnisse wissen wollt.

Heute morgen ging es dann zu dritt an den grössten Freiluftmarkt auf der ganzen Welt. Und wieder ein Stück ärmer geworden. Chatuchak market und es gibt alles. Latzhosen, gebrauchte Vans und ich war im Wunderland. So wir müssen raus - eine Freundin aus Jakarta treffen, die wir gestern kennen gelernt haben.

Btw.... Gestern ist alles was vergangen ist.