Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnachten bei den Theedens

23.12.Nach einer Fahrt mit travel, die etwas länger dauerte als angenommen - wir haben noch gute zwei Stunden in Waingapu verbracht- kamen Anna und ich bei der Familie Theedens an. Ein Haus das nicht nur 'echte' Wände, einen Eisenzaun sondern auch einen Fließenboden und obendrauf noch Sofas hat.
Natürlich gab es als erstes etwas zu essen - ablehnen unmöglich, kein Wunder, dass ich hier zu nehme.
Anna und wurde dann noch zu Yumi gebracht und nach einem Plauderstündchen ging der erste Abend in Waitabula zu Ende.

24.12.
Weihnachten im kurzen Shirt und ein Strandbesuch. Was will man mehr. Elsy und ihre Familie wollten mir am ersten Tag gleich möglichst viel zeigen und so wurde die Gegend abgeklappert und natürlich habe ich auch die Großeltern kennen gelernt.
In Waitabula lebt ungefähr die Hälfte von den Kindern aus den Asramen -habe ich jedenfalls das Gefühl. Daher blieben wir hier und dort stehen um sie zu begrüßen und die Familien kennen zu lernen.

Um drei ging es dann los mit dem fertig machen für die Messe um fünf.
Als ich gerade meine Bluse bügeln wollte, beschloss Ibu mich neu einzukleiden und kramte in ihrem Kleiderkasten herum. Dann hieß es Modenschau für mich und im Endeffekt wurde dann ein super süßes rosanes outfit ausgewählt.

Danach wurde ich auch noch ordentlich frisiert und dann hieß es warten für mich.
Mit dem Familienauto sind wir dann in die ca 10 Minuten weit entfernte Kirche gefahren.
Die Kirche ist schön freundlich und anscheinend auch zu klein, weil vor der Kirche noch ein Haufen Sessel - oder Stühle wie Anna sagen würde.
Die Messe war meiner Meinung nach nicht die weihnachtlichste und dafür, dass es die Kindermesse war stinklangweilig. Ein einziges Weihnachtslied gab es und es war nicht Stille Nacht. Da habe ich schon wesentlich feierlichere Messen hier erlebt.
Was beeindruckend war, war die Kinderschar die zum Segenskreuz nach vorne kam. Die Schlange reichte bis vor die Türe.  Der Spaß hat fast drei Stunden gedauert.

Dafür war der Abend mit der Familie nett. Es gab einen Haufen Spritzgebäck, Honig Lebkuchen aus Wien, ein Keyboard mit Mikro und wechselndes Publikum.

Freunde kamen vorbei, zB Burschen von Pada Dita, die von Haus zu Haus gezogen sind und die restliche Truppe eingesammelt haben, und auch Verwandte.
Es wurde gegessen, getrunken und geplauscht.
Und im Hintergrund gabs ein Haufen Knaller und hin und wieder auch ein Feuerwerk.
Wenn sich das schon wie Silvester anfühlt, wie wird das erst wenn Silvester dann wirklich Silvester ist
Ich hab noch Stille Nacht uns ein paar andere Weihnachtslieder von zuhause geträllert. War ein sehr schöner Abend, aber für mich kein Weihnachten.
Gibt es dann nächstes Jahr wieder.

Da gings am 25.12. schon eher in Richtung Weihnachten.  Da wurde nämlich die ganze Sippschaft abgeklappert. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls bin ich super glücklich hier und wurde auch schon in die Familie aufgenommen.
Könnte mir auf Sumba nichts besseres für Weihnachten vorstellen.
Bilder kommen wenn ich den Laptop wieder habe.

Frohe Weihnachten euch allen!



Samstag, 12. Dezember 2015

Pramuka - eine Nacht im Wald


>Mana suaruMu?<
>Ini suaraKu!<

>Mana semangatMu?<
>Ini semangatKu!<

(wo ist deine Stimme? hier ist meine Stimme
wo ist deine Motivation? hier ist meine Motivation)

Campen mit den Pfadfindern, oder eher campen mit der Militärjugend.
Anna und ich sind recht spontan mit ein paar Mädels aus dem Asrama mitgefahren zum Campen. Am Abend davor haben wir dann auch mal mitbekommen, dass es die Pramuka sind - zu Deutsch Pfadfinder.
Wir bekamen ein Halstuch und eine Pfeife und versuchten unsere Rucksäcke fachgerecht zu packen. Was man alles braucht für eine Nacht, hat mich dann doch etwas überascht.

7:30 Treffpunkt bei der Schule. Alle in Uniform zu sehen, war ziemlich cool.  Anna und ich haben unsere eigene Uniform kreiirt mit unseren RVM Polos, sah ziemlich schick aus. Nach einem etwas unorganiserten Anfang, wie es sich für jede Schulaktion gehört, ging es los. Alle Kinder, ungefähr 40, kamen mit dem Gepäck auf einen Truck und los ging es.
Besonderheit des Pramukas - alle nenne sich gegenseitig Kaka - großer Bruder /Schwester- egal wie alt.
Alleine dafür liebe ich Indonesien. Fahren hald mal alle Leute auf der Ladefläche irgendwo hin und wenn man weit oben ist... ist das Gefühl um so besser. Man muss sich nur vor den Bäumen in Acht nehmen.








Schon bald verließen wir die Hauptstraßen und kamen auf die kleineren Straßen, die dementsprechend gut im Stande waren. Hügel hinauf und wieder hinunter, viele Kurven und wir waren sozusagen in den Bergen. Wunderschön. Ich habe so Lust auf Wandern!
Wenn ich zurück in Österreich bin, will ich das unbedingt wieder machen.

Nach der Ankunft hieß es Zelte bauen. Faszinierend haha. Zuerst wird der Waldboden gefegt, mit großen Palmenblättern und ähnlichem, und im Anschluss die Bambusstämme im Boden versenkt. Viel zu cool. Mit Seilen und Planen wurde dann das Zauberwerk vollendet.

Simpel aber es braucht auch seine Zeit und ich habe mich wieder einmal gewundert, wieso man nur eine Nacht weg fährt. Für eine Zweite Nacht, hätte man ja nicht mehr viel tun müssen, außer mehr Essen mitnehmen.


Nach einem Mittagessen, welches jeder Zelt für sich alleine auf den Gasherden und am Waldboden kochte, war es Zeit für Bandera Upacara - Flaggen hissen.
In Reih und Glied stehen, zum Mast tänzeln und zeremionel die rot- weiße Fahne hissen.
Als dann ein neuer Kaka ankam, wurde natürlich als erstes Mal das Willkommenslied geträllert.
Da kommt der Hauch von Militärjugend schon ganz gut durch.
Nach dem alle in der Hitze der Sonne zerflossen sind ging es ans lernen von Sandi-Sandi, chiffrierten Sprachen. Wird wirklich Zeit, dass ich das Morsealphabet mal lerne.
Beim Flaggentanz, also das Flaggenalphabet, habe ich ausgesetzt und einen Kaffee genossen. Mittagspause gibt es hier nämlich nicht.

Mit Knotenübungen und  Minispielen - zB möglichst schnell die Pancasila - Staatsgrundlage von Indonesien- aufschreiben- die recht simpel waren, aber die Kinder trotzdem ganz schön herausforderten, wurde dann der Nachmittag beendet.
Im Anschluss war ich unten am Fluss mandi.
Am Abend wurde ein Hexenfeuer vorbereitet und zuerst natürlich geübt mit welcher Zeremonie es dann angezündet wird. Das hat sich über eine Stunde hingezogen, auch weil dann noch mehr Kakas kommen sind, die dann noch Verbesserungen vorgeschlagen haben.


Aber dann... das Feuer. Das war der Hammer. Rießig groß, ist aber schnell in sich zusammen gefallen.
Wie echte Pfadfinder das so tun wurde dann auch noch Spiritus ins Feuer gehaut, ein Traum.
Der Abend wurde mit einer Besinnungsrunde beendet, wo zuerst Texte über den Wert der Mutter, des Vaters und von Lehrern gelesen wurde. Das hat die Kinder tief berührt, einige haben sogar geweint. Ich konnte es nicht ganz nachvollziehen, vielleicht weil ich einfach keine Probleme mit meinen Eltern habe. Aber hier trotzdem nochmal: Ihr seits tolle Eltern!
Anna meinte dann, dass die Kinder vielleicht keine Eltern mehr haben. Danach gab es noch eine Bibelstelle. Spät am Abend den Indonesischen Texten aus der Bibel zu folgen... ist eine echte Herausforderung, die ich hier nicht gemeistert habe. Hatte schon Mühe und Not nicht einzuschlafen.

Das Schlafen war kuschelig. Hatte meinen Hüttenschlafsack und dicke Socken.

Dann geht eine Sirene los.
Und ein Kaka läuft herum und faucht in jedes Zelt, dass wir schneller machen sollen. Was für ein traumhaftes Aufstehen.
Zuerst mal in Linien und nach Gruppen sortiert sammeln und durchzählen.
Es war noch echt finster und irgendwann, als zu wenig Leute gezählt wurden, dämmerte es mir. Es ist noch gar nicht 5:00 und Zeit zum Aufstehen. Es ist mitten in der Nacht und ein Kind ist verschwunden.
Zunächst wurde mal gesucht. Die Mädchen dürfen natürlich nur in 7 er Gruppen rum gehen, damit ja nichts passiert. Als der Junge nicht auf Anhieb entdeckt wurde, gab es einen Bet Kreis.
Die Oberkakas suchten derweil die Straße ab.
Nach einiger Zeit wurden wir dann wieder in die Zelte geschickt, mit der Info, dass wenn er morgen früh nicht da ist, wir frühzeitig heim fahren werden.
Dort hieß es für mich erst Mal trösten. Ein Mädchen hat das alles zutiefst verstört und wollte kaum aufhören zu weinen.
Ab jetzt darf kein Kind mehr alleine weg gehen und muss sich immer abmelden, wenn es den Zeltplatz verlässt.

Tag 2
5:00
Morgensport. Der Junge ist wieder da. Und bis jetzt habe ich noch nicht ganz verstanden wo er war. Anna meint er ist schlafgewandelt. Was weiß ich, nur gut das er wieder da ist.
Heute ist der große Haiking Tag hihi endlich wandern. Und Erzählungen zu folge im Dreck rum kriechen.
Nach dem Frühstück ging es in die schon vertrauten Reihen und wir wurden mal ein bisschen eingestimmt.

>Mana suaruMu?<
>Ini suaraKu!<

>Mana semangatMu?<
>Ini semangatKu!<

Mit geschlossenen Augen bekamen wir dann auch noch Kriegsbemalung. Nom nom. Ein bisschen Dreck im Gesicht. Wer mag das nicht.

Dann ging es in den Gruppen los.
Beim Haiking mussten alle gestern erlernten Fähigkeiten, nochmal angewendet werden.
Es ging los mit dem Flaggenalphabet und danach bekamen wir verschhlüsselte Botschaften. Vorwärts ging es dann den Pfeilen nach. Wobei wir prompt falsch gelaufen sind. Aber die Oberkakas waren ja immer da um uns in friedlich sanften Tonfall darauf aufmerksam zu machen.
Dann kamen wir an einen Bach, der in einem Kanal geführt wurde und brav wie wir sind gingen wir den Pfeilen nach.

Aaaaber wieder falsch. Wir müssen nämlich zuerst durch den Tunnel kriechen, der den Bachunter der Straße durchführt und dann am Bauch den Kanal entlang robben. Kein Ding mach ich. Meine Gruppe hat sich dabei ein paar schöne Aufschürfungen zu gezogen, was für die wohl eine extrem schlimme Wunde darstellt. Jedenfalls kamen die alle heulend bei der nächsten Station an. Dort galt es sich einen Lutscher zu teilen - nom nom, Speichelaustausch- und die Mädels bekamen Kraut für ihre Wunden.
Nachdem wir ein schönes Wanderlied vorgetragen hatten ging es weiter. Diesmal durch ein schlammiges Bachbett. Die Oberkakas haben da immer schön Äste und Seile gespannt, damit man ja weit unten kriechen muss.
Dafür waren sie sich auch nicht zu schade es uns vorzuzeigen das fand ich sehr positiv.
Vorm Aufstehen, gab es dann noch eine Dosis Schlamm für jeden, damit wir ein bisschen brauner aussehen. Weiter gehts über Nassreisfelder zu einem Fluss. Erst Mal den Schlamm vom Körper waschen, das Gesicht wurde uns verboten.
Immer weiter kamen wir dann zur nächsten Station. Abseilen ins Wasser und endlich Gesicht waschen. Traumhaft. An der Stelle im Fluss kann man sogar ein bisschen Schwimmen.
Die nächste Hürde stellte ein Seil dar, welches über den Fluss gespannt wurde. Das meine Mädels es da nicht rüber geschafft haben, hat mich jetzt nicht sooo überrascht.
Aber ich war dann schon sehr zufrieden, dass ich es rüber geschafft habe. Meine Arme geben mir heute auch noch ein Andenken daran. An meiner Technik muss ich noch etwas arbeiten.

Die Pfeile führten uns zurück zum Zeltplatz, bzw in die Nähe davon.
Und dort wartete der schönste Schlamm auf uns.
Das war schon eine kleine Überwindung. Weil es ja überhaupt nicht notwendig war, da durch zu kriechen. >So viel zur Tussi - Lukas. Tussenfaktor -100.< und ab ging es ins Schlammbad. Das hat so lecker gerochen hihi. Im Anschluss noch eine Schlammdusche, das Gesicht schön mit Schlamm einschmieren und auf die anderen Gruppen warten.
Nach dem dann alle im Schlamm gelandet waren, auch die Oberkakas und eine Schlammschlacht eröffnet wurde, liefen 50 Dreckspatzen dann zum Fluss.

Um das Gefühl von Sauberkeit wieder zu erlangen.
Meine Schuhe sind jetzt auch einmal gewaschen worden.
Herrlich. Schwimmen wie eh und je in Tshirt und Hose, aber langsam gewöhne ich mich daran.

Danach wurde auch noch mit dem Gartenschlauch nachgeholfen und Seife zur Hilfe genommen.
Sauber sein. Ach wie herrlich.

Das Zeltabbauen ging ziemlich schnell und die meiste Zeit brauchte die Zeremonie um die Flagge wieder hinunter zu holen.
So spannend. So toll. So viel Liebe für das Vaterland.

Im geliebten Truck und langen Tshirt - die Sonne hier ist einfach zu stark - ging es dann zurück. Wenn man nicht auf der Railing sitzt, ist das Truck fahren aber nur halb so cool.
Ziemlich müde kamen wir wieder bei der Schule an.
16:00 alle Sachen abladen und sich verabschieden.
Jetzt weiß ich wieso das nur eine Nacht ist.
Zwei Nächte mit den Mengen an Schlaf wäre dann doch etwas viel.

Die ganze Aktion war mega fein. Ob ich meine Kinder hierher schicken würde ist allerdings eine andere Frage. 



Samstag, 5. Dezember 2015

vom Rasen der Zeit


Es ist soweit. Vor drei Monaten bin ich von zuhause weg.
Lächerlich. Das ist ja nichts und doch bin ich schon ewig hier.
Es passiert so viel und gleichzeitig immer das Gleiche, das man gar nicht weiß, was man auf den Blog stellen soll.
Gleichzeitig kommt hinzu, dass Anna und ich kein Wlan mehr haben.
Luxus der uns nicht mehr gegönnt wird und dadurch verringert sich so einiges. Unter anderem Mailkontakt und auch Skypen.

Am 2.12. kam der erste große Regen nach Waingapu und es war einfach cool.
Als Anna und ich zum Mittagessen ins Pastorant rüber gingen, war es dunkler und kühler als sonst und es donnerte.
Die Anzeichen deuteten mal wieder auf Regen. Innerhalb von 5 Minuten im Pastorat kühlte es deutlich ab.
So sehr, dass ich mir überlegt habe ob mir kalt auf den Beinen ist.
Und dann ging es los. Ein Wetterschauspiel.
Blitze, die man am Himmel stehen sehen kann, und Donner,die so laut sind, dass sie mir im Ohr weh tun.
Und Wind.
Herrlich.
Dann kam auch der Regen, zuerst nicht all zu stark aber dann immer stärker und es waschelte für 40 Minuten.
Nachher schwamm alles.
Man sollte meinen, dass die Pflanzen das Wasser dringend nötig haben, aber bis das Wasser weg war, vergingen dann doch noch ein paar Stunden. Dafür lagen auch ein Haufen Blätter auf der Straße.
Ob wir wohl jetzt wirklich in der Regenzeit angekommen sind?
Und ob ich jedes Mal wieder in Begeisterung verfallen werde, wenn es regnet, oder ob es mir dann nach drei Monaten Regen wirklich reicht.... so viele Fragen und keine Antworten.

Inzwischen ist ja auch schon Advent, ich kann es kaum glauben, dass in 20 Tagen Weihnachten ist.
Achja.... Weihnachtszeit. Lebkuchen im August im Geschäft, Weihnachtsbeleuchtung Ende Oktober....
Hier bekommt man fast gar nichts mit davon, dass Weihnachten ist.
Ein bescheidener Adventkranz in der Kirche, wobei die Kerze äußerst unzeremionell angezündet wurde, und sonst nirgends. Ich dachte schon, dass es das war, aber als ich gestern mit Anna zum toko ging, war dort tatsächlich Weihnachtsdeko. Jede Säule hatte eine Girlande und vor der Tür wurde einem schon ein happy new year gewünscht.







Das größte Weihnachtsgefühl  kommt von uns.
Ich habe eine englische Geschichte geschrieben, die von Anna inspiriert und tatkräftig unterstützt wurde, und dann haben wir zusammen 19 kleine Briefe geschrieben.
Die Kinder fahren am 19.12. bereits zurück zu ihren Familien, daher endet der Kalender frühzeitig.
Der Kalender hat für Wirbel gesorgt. Zuerst hatte ich etwas Sorgen, dass es nicht gut ankommt. Weil es Englisch ist und nur Geschichten und ich von einigen gehört habe, dass sie nicht allzu gerne lesen, aber dem war nicht so.
der Briefkalender


Adventkalender gibt es hier nicht. Und so haben ein paar Kinder einfach mal irgendetwas aufgemacht, inzwischen haben wir das Prinzip erklärt. Die meisten waren ziemlich begeistert, dass es jetzt da etwas gibt.
Und einige lesen es auch schon fleißig alleine.
Die jüngeren kommen dann zu uns und wir helfen dann beim Verstehen.





Und dann gibt es natürlich noch meinen Rollenadventkalender, den Anna mir gebastelt hat. Jeden Tag bekomm ich ein kleines Röllchen mit Sprüchen und heute war ein Sudoku drinnen. Was sonst noch drinnen vorkommt kann ich euch leider noch nicht sagen.
Anna hats da nicht so gut wie ich, die hat nämlich einen Rätsel Adventkalender bekommen.

Wir haben den Plan gefasst, Kekse zu backen. Aber zuerst muss der Ofen in Betrieb gesetzt werden und eine Arbeitsfläche gefunden werden. Vielleicht schaffen wir das bis zum Ende der Woche.

Ich bin gespannt wie die Weihnachtsmesse dann ist. All zu groß sind meine Hoffnungen aber nicht.
Weihnachten ist hier eine ruhige Zeit, Advent wird nicht gefeiert.

Ich hoffe ihr seit alle fleißig am Punsch trinken und friert euch eure Nasen ab!

Sonntag, 22. November 2015

Kurztrip nach Weetabula


>>Ich fahre morgen nach Weetabula, wollt ihr mit?<<



Natürlich will ich mit. Ich liebe neue Plätze und da man in Indonesien auch recht kurzfristig um igin - Erlaubnis bitten darf  war es kein Problem, dass Anna und ich, an einem Dienstag morgen, statt in die Schule zu gehen im Auto nach West Sumba saßen.
Ein Tagestrip ans andere Ende der Insel und endlich einmal in Sumba Barat gewesen.
Pater Tony hatte im Vorhinein nur erzählt, dass dort ein Kloster von einem Frauenorden neu eröffnet werden würde und er noch am gleichen Abend zurück will.
Auf meine Frage ob die Straße so ist wie nach Gongi bekam ich die Information - noch viel ärger.

Anna in ihrer ganzen Schönheit
Also ging es los in Sporthosen und Tshirt mit einem Haufen Schokoriegel und Chips. Zu Beginn war die Straße tadellos, aber ich wollte sie nicht loben, aus Angst es dann zu verschreien. Ziemlich kurvig war die Strecke und auch einige Male bergauf und bergab. Tunnel gibt es hier nicht, man um oder überfährt einfach die Berge.


Nach guten anderthalb Stunden blieben wir stehen. Ein ruang makan war da mittem im Nichts. Etwas wackelig auf den Beinen gings hinein, man kann sich das wie eine Autobahnraststation vorstellen.. nur kleiner.. mit Strohwänden... und mit Reis und Nudeln. Zur Stärkung wurde erst einmal ein Kaffee gekippt, ich war nämlich ziemlich müde, wollte aber nicht schlafen, weil ich die Landschaft sehen wollte. Nach dem ich endlich mal nur Mie Goreng gegessen habe ging es weiter. Tatsächlich wurde die Straße schmäler und ich rechnete jeden Moment damit, dass Löcher in der Straße auftauchen.
Aber dem war nicht so. Nach einer kurzen Fahrt blieben wir in AnaKalah (keine Ahnung wie man das schreibt) stehen, wo eine Pastorant der Redemptoristen ist. Beim Aussteigen empfing uns eine vollkommen andere Luft als Zuhause - hier ist der Regen nämlich schon angekommen. Während wir dort waren, Kaffe tranken, kam auch der Regen und ich war so glücklich.
Bin gespannt ob das nach 3 -4 Monaten täglich Regen noch immer so ist.
Alles war grün, in den intensivsten Tönen, unbeschreiblich.

der Regen kommt
Da wir ja doch irgendwann auch in Weetabula ankommen sollten, ging es weiter. Um nach 2 Minuten den nächsten Halt zu machen, im Puspas. Das ist ein Schulungszentrum für Katholiken... glaube ich. Dort gab es erst Mal einen traumhaften Regenguss, wie aus Kübeln geschüttet und sehr leckeres Essen.
Plaudern, plaudern, neue Leute kennen lernen. Der Trip hat sich jetzt schon ausgezahlt.



Um kurz vor vier waren wir dann in Weetabula -die Straße war pipifein, klarer Fall von omong kosong (leeres reden)-  im Konvent der Redemptoristen. In WestSumba ist ein Ort schöner als der andere. Ich kann das gar nicht beschreiben. Es ist jedenfalls riesengroß, hat einen tollen Garten, viele kleine Wege und Hanglage. Dadurch gibt es dort Treppen und da Treppen, lange Gänge und viel Ruhe.




die Kapelle


Zu spät, aber noch immer mehr als pünktlich ging es dann zu der Eröffnungsfeier. Da wurde alles geboten, wohl auch da der Geburtstag des uskup  (Bischof) war. Tanz, Trommel und traditionelle Schreie begleitet von Gong. Das Kloster war echt schön, hell freundlich offen und die Kapelle ein Traum. Mit einem hölzernen Jesus - endlich kein weißer - und viel Platz für Licht.

Nichts desto trotz ist es eher etwas lang geraten und als es nach zwei Stunden noch nicht aus war, hatte man viel Zeit um zu träumen.
Dort wurde alles in die Länge gezogen auch die Reden nach der Messe. So kam es, dass das Buffet erst um 22:00 eröffnet wurde, wobei viiiele Menschen schon vorher angefangen  haben zu essen. Das ist dann wohl etwas misslungen.


Langsam hab ich dann auch gemerkt wie müde ich bin, aber wenigstens war für Unterhaltung durch die Patres gesorgt.
Die meisten hier haben schon unendlich viel erlebt, waren in Malaysien oder Singapur, Australien oder Philippinen und erzählen dann von ihrem Leben.

Außerdem sind Anna und ich jetzt stolze Besitzer eines Rosenkranzes.

Pater Tony war es dann irgendwie doch schon zu spät und so.... wurde aus dem Tagesausflug ein Zweitagesausflug. Ich hatte mir noch überlegt in der Früh ob ich Zahnbürste uä packen sollte.

Hier muss man immer mit allem Rechnen.


Syster beim Essen


Fazit: In Indonesien lohnt es sich immer auf Einladungen ja zu sagen.

Samstag, 14. November 2015

Krankenhäuser...

Jaja, elf Krankenhausbesuche in fünf Wochen sind schon nicht schlecht, oder? Dabei konnten wir aber einige Eindrücke sammeln.
Das erste mal ins Krankenhaus mussten wir direkt am zweiten Tag auf Bali - Anja hatte sich den Nagel von ihrem großen Zeh aufgebogen und er musste entfernt werden. Zusammen mit Ibu Justina sind wir also zunächst ins Krankenhaus gefahren, welches am nähesten war. Die ganze Geschichte findet übrigens zwischen etwa 0h30 und 3h morgens statt.
Der Vorraum war etwas klein und es saßen vor allem einheimische auf den Bänken und Sitzen. An dem Anmeldeschalter war die erste Frage, welche Versicherung wir hätten. Nach unserer Antwort wurde uns gesagt, dass das Krankenhaus die Versicherung nicht kennt und deshalb die Kosten komplett von uns getragen werden müssen (dass es für das Krankenhaus nicht wichtig ist, welche Versicherung wir haben, haben wir erst später an dem Abend erfahren). Wir sind also wieder raus und ins internationale Krankenhaus in Bali gefahren. Das gesamte Krankenhaus war sehr modern und wirkte im Empfangsbereich schon fast wie ein Hotel und nicht wie ein Ort, an dem Kranke und verletzte behandelt werden. Hier ging auch alles sehr schnell, Anja wurde in die Notaufnahme gelegt, Ibu Justina und ich übernehmen die Anmeldung. Das Krankenhaus ließ uns netterweise mit der 24h Notfall-Hotline unserer Versicherung in Deutschland telefonieren, welche wir anriefen um mögliche zu beachtende Dinge in Erfahrung zu bringen. Zum Glück war das Telefonat schnell vorbei - wir sollen erstmal alles übernehmen und die Kosten werden uns im Nachhinein zu 100% zurück erstattet.
Auch die Versorgung ging sehr schnell. Nach etwa 25 Minuten, zwei Spritzen, viel Desinfiziermittel und ein paar kleinen Gesprächen mit den Ärzten, waren wir schon wieder draußen und konnten noch kurz zu McDonald's fahren um ein paar Chicken Nuggets zu kaufen - welche im übrigen genauso schmecken wie zu Hause. McDonald's war natürlich nur unsere Wahl, weil wir um diese Uhrzeit sonst nichts mehr so schnell bekommen hätten ;-)

Fazit der ersten Erfahrung - Das internationale Krankenhaus hat sich, bis auf die Tatsache, dass man die Behandlung erstmal selbst und vor Ort zahlen muss, kaum von dem unterschieden, was wir kennen. Es war auf den ersten Blick gut ausgestattet und die Ärzte machten den Anschein, als wüssten sie genau, was sie tun.

Nach ein paar Tagen auf Sumba hat sich Freddy ein wenig schwach gefühlt und sich hingelegt. Als wir ihn zum Essen holen wollten war es schon dunkel. Anna und ich hatten ihn geweckt und zu dritt waren wir jetzt auf dem Weg zum Essensraum. Aus dem Augenwinkel sah ich nur, dass Freddy plötzlich abgetaucht war. Es sah ein bisschen aus wie im Film, wenn einer der Schauspieler plötzlich durch eine Falltür auf geradem Wege hinunter fällt. Bloß, dass es in der Situation nicht so witzig war - Freddy hatte das Gleichgewicht verloren und war in den Tiefergelegten Bereich neben ihm gefallen, der normalerweise vermutlich zum abfließen vom Regenwasser da ist.
Also sind wir ins Krankenhaus gefahren. Freddy wurde in die Notaufnahme aufgenommen und verschwand mit Pater Dandy für etwa eine halbe Stunde. Wir warteten draußen. Wie es in der Notaufnahme aussieht, durfte ich erst ein paar Wochen später erfahren. Der Bereich in dem man wartet ist überdacht, aber offen nach außen und eindeutig nicht für Menschen über 1,80m ausgelegt, da die Sitze viel zu tief liegen.
Freddy wurde eine "Pharyngitis" diagnostiziert - also eine Rachenentzündung. Danach wurden ihm noch Vitamin- und Kopfschmerztabeletten mitgegeben.
Eine Woche dauerte es, bis Freddy wieder gesund war.
Etwa drei Wochen dauerte es, bis ich dran war. Nach unserer letzten Indonesisch Stunde fühlte ich mich müde und sehr schwach, weshalb ich mich in mein Bett ging um mich auszuschlafen. Als ich aufgewacht bin, hatte ich Fieber und Kopfschmerzen. In den nächsten Tagen wurde es schlimmer, so, dass nach zwei Tagen auch ins Krankenhaus gefahren wurde. Beim Krankenhaus angekommen musste ich zuerst meine persönlichen Daten angeben um danach in die Notaufnahme zu kommen. Die Notaufnahme ist ein mittelgroßer Raum, der extrem heruntergekühlt ist. Es stehen dort vier betten, die alle etwa so groß sind, dass mein Kopf entweder vorne über hängt, oder meine Füße die Stange berühren, an der man das Bett anschieben kann. Sichtlich abgetrennt sind die Betten mit Vorhängen. Hauptsächlich sind in der Notaufnahme Ärzte im weißen Kittel, die aber meistens nur indonesisch sprechen.
Ich erklärte also meine Symptome und wurde zum Bluttest geschickt. Ich dachte erst, dass es ein allgemeiner Bluttest für alle möglichen Krankheiten ist. Umso verwunderter war ich, als bei der Diagnose nichts heraus kam. Mit Vitamin- und Kopfschmerztabletten (oha, ein déjà-vu!) wurde ich also nach Hause geschickt.
Später habe ich erfahren, dass dieser erste Bluttest nur Malaria nachweisen konnte.
Als es mir am nächsten Tag noch schlechter ging, sind wir nochmal ins Krankenhaus gefahren. Diesmal war aber ein Arzt da, der ziemlich gut Englisch konnte. Nachdem ich ihm noch einmal meine Symptome erklärte und er mir noch ein paar Fragen stellte, wurde mir gesagt, dass ich jetzt erstmal im Krankenhaus bleibe. Allerdings dauerte es ein wenig, bis ich in mein Zimmer gebracht wurde. Die zuerst als angenehm empfundene Kälte des Raums wurde mit der Zeit immer unangenehmer. Nach einer Stunde wurde ich dann schließlich (im Rollstuhl) auf mein Zimmer gebracht. Das Zimmer bestand aus einem Bett, einem kleinen Fernseher, zwei Plastikstühlen für Gäste, einem Nachtkästchen und einem Waschbecken. Außerdem hatte ich noch ein Bad dabei, welches dem ähnlich war, das ich schon aus meinem eigenen Zimmer kannte. Wie ich später auf der Rechnung vom Krankenhaus lesen konnte, hatte ich ein VIP-Zimmer. Üblicherweise gibt es Mehrbettzimmer.
Es folgten zwei Bluttests und am Nachmittag die erste Diagnose, Dengue Fieber. Allerdings war man sich nicht zu hundert Prozent sicher, weshalb man noch eine zweite Blutprobe entnahm. Die nächsten Tage waren immer ähnlich. Man bekommt Reis und Gemüse zum Frühstück, meistens noch mit einem kleinen Special, zum Beispiel einem Stück Huhn oder einer frittierten Banane. Danach kommen irgendwann Schwester ins Zimmer und fragen einen die üblichen Fragen, ob man heute schon auf Toilette war, ob man sich übergeben musste etc...
Abwechselnd war auch immer ein Kind aus dem Asrama im Zimmer. Mittags und Abends gab es immer ähnliches Essen wie zum Frühstück. Nachmittags hat man immer noch etwas kleines süßes bekommen und einen Tee.
Ich wurde auch immer gefragt, ob ich duschen möchte. Habe ich die Frage mit ja beantwortet, hat mir ein paar Minuten später eine Schwester einen Eimer mit heißem Wasser vorbei gebracht, weil das Wasser im Becken ja eiskalt ist.
Ansonsten war viel wie zu Hause - man schläft viel, isst wenig und fühlt sich schlecht. Es gibt feste Besuchszeiten, die auch gerne von den Patres, den Jungs und Mädchen aus beiden Asramas, sowie Anja, Anna und Freddy genutzt wurden (auch wenn ich das nicht immer zu hundert Prozent mitbekommen habe).
Der letzte Unterschied besteht auch hier wieder darin, dass man am Ende selbst bezahlen muss und das Ganze dann mit der Krankenversicherung selbst abrechnen muss (insofern man eine hat). Ein Aufenthalt von drei Nächten hat mich etwa 190 Euro gekostet. Um den Preis hätte man im Krankenhaus in Bali wahrscheinlich gerade mal eine halbe Nacht bleiben können.
Vor dem entlassen durfte ich dann noch ganz viele Fotos mit den Ärzten und Schwestern machen, aber das sind wir mittlerweile gewohnt.
Zusammengefasst war es eine interessante Erfahrung. Vor allem die Gespräche waren lustig, weil mein Indonesisch noch nicht so gut war. Aber irgendwie konnte man sich immer verständigen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass man deutliche Unterschiede zwischen den Krankenhäusern feststellen kann. Während es sich auf Bali um gut ausgestattete, moderne, aber auch teure, Krankenhäuser mit vielen Geräten handelt, ist es in Waingapu eher so, dass man relativ gut ausgebildete Ärzte bekommt, die aber in Räumlichkeiten arbeiten, die bei uns nicht die Bezeichnung "Krankenhaus" bekommen würden. Die super tollen, teuren Geräte hat das Krankenhaus in Waingapu auch nicht zur Verfügung. Gesund wurde ich trotzdem - und darum geht es ja.

Dienstag, 10. November 2015

der Alltag


die Haus und Hofkirche
Kann man nach weniger als 70 Tagen von Alltag sprechen? Ich weiß es nicht, aber inzwischen habe ich mich schon gut eingelebt. Da ich von einigen Seiten gehört habe, dass mein Leben hier eher nach einem Abenteuerurlaub als nach Arbeit klingt, will ich mal versuchen, das alles in das rechte Licht zu rücken.

Benedict hat vor langer langer Zeit unseren vorläufigen Tagesablauf gepostet, der für das Pada Dita gültig ist.
Für Anna und mich schaut der Tag etwas anders aus.






























Inzwischen unterrichten wir ja schon - seit über einem Monat - regelmäßig. Für mich geht es an 5 Tagen die Woche an die SMA (10-12.Klasse) und an einem Tag an die SD Anda Luri (1.-6.Klasse). Die Schule beginnt hier um 7:30 Uhr und an vier Tagen die Woche ist davor noch um 6 Uhr eine Morgenmesse in der Kirche von Wara. Dementsprechend fängt der Tag früh an, aber immer mit der Sonne.

Ich bin erst einmal im Finsteren aufgestanden und das war zum lari pagi letzen Sonntag. Aber das ist eine andere Geschichte.

In der Schule hat jeder von uns anderes Programm, Benedict ist Vollzeit in der SMP, Fred 3 Tage an der SMP und 3 Tage an der SD Pada Dita und Anna an 4 Tagen an der SD Anda Luri und 2 Tage an der SMP. 

Von der SMP weiß ich daher fast so viel wie ihr... nur aus Erzählungen.

Lehrerzimmer und Direktorat in der Aula
In den ersten Wochen war ich meistens noch mit Lehrern mit im Unterricht und habe die Teile, wo es um Aussprache ging, übernommen - jetzt bin ich schon oft alleine in der Klasse. In der Zeit verbessern die Lehrer dann Hausaufgaben, erholen sich kurz oder erledigen etwas. Natürlich bin ich auch alleine in der Klasse, wenn ein Lehrer nicht in die Schule kommen kann, was auch immer wieder passiert.
An der SMA sind die Schüler - noch- hocherfreut, wenn sie sehen, dass ich komme.
Ich bemühe mich, im Unterricht eine Balance zu finden zwischen dem, was unterrichtet werden muss, dem, was die Lehrer wollen und dem, was für die Kinder wirklich interessant ist.
Es ist aber wirklich schwer, auf die Aussprache zu achten, wenn vor einem eine 40-Kind starke Klasse sitzt.
Da habe ich noch nicht die ideale Lösung gefunden - Ideen werden gerne angenommen.
typisches Klassenzimmer
Noch dazu sind auch die Arbeitsmaterialien sehr begrenzt. Die meisten Kinder haben einen, vielleicht zwei Stifte und genug Schulhefte für eine Armee, aber das war es dann auch schon - von TipEx abgesehen.
Blumenpracht




Basketballfeld - am Nachmittag ist die Schule offen für die Schüler
























Die SMA ist wirklich schön, es gibt überall Sitzplätze und einen Haufen Pflanzen, die regelmäßig gegossen werden und dadurch grün strahlen. Außerdem ist sie für mein Verständnis groß und hat sogar im hinteren Teil ein Basketballfeld. Das ist aber zurzeit leider eher eine Schotterpiste.

Nach dem Unterricht gibt es jeden Tag noch eine Evualiasi mit den Lehrern. Probleme und Projekte werden besprochen und dann geht es nach Hause.
Mein Schulweg ist wirklich lang.
Durch endlose Gänge... und schon bin ich da. Herrlich.
die SMA von vorne, links gehts direkt zur SMP

















Die SD ist da schon deutlich weiter entfernt... da brauche ich dann doch 7 Minuten hin - hauptsächlich weil ich zwei Straßen überqueren muss. Die wird grade etwas hergerichtet und die Klassen sind sehr unterschiedlich.
Es gibt zum Beispiel eine Klasse, die nur durch Holzbrettern von der anderen getrennt ist, aber auch eine, die so sauber ist, dass man die Schuhe vorher ausziehen muss.
Dort zu unterrichten, ist gleich ganz anders als an der SMA. Da muss man die Kinder auch noch richtig motivieren, damit sie die Wörter von der Tafel 'abzeichnen'.



Schulbücherei und Lehrerzimmer an der S

7 Stunden lang zu unterrichten ist ganz schön anstrengend und nach dem Mittagessen ist dann etwas Zeit um auszuruhen. In der Zeit bis vier Uhr können Anna und ich tun was wir wollen, Schlafen, Entspannen, Zimmer putzen, Wäsche waschen, Sport betreiben, Dinge besorgen, lernen, Unterricht vorbereiten oder Hausaufgaben verbessern. Danach ist Arbeitszeit im Asrama, wo die Kochgruppen anfangen zu kochen, die anderen das Asrama putzen oder Laub zusammen fegen.







unsere Mädels - in der Kirche








Seit dieser Woche ist um 17:30 immer ein Englisch-Kurs im Asput, den Anna und ich zusammen veranstalten. In Kleingruppen gehts darum, Gelerntes zu wiederholen, zu festigen uuuund - ganz wichtig- Sprechen zu üben. Da sind die Kinder noch echt unsicher, aber im Laufe des Kurses tauen sie meistens auf und trauen sich dann mehr. Ist ein ziemlich cooles Gefühl, vor allem fragen sie dann auch immer, ob es nicht noch länger geht.
Im Anschluss ist dann das Abendessen, welches von der Lernzeit gefolgt wird.

Meistens können wir uns vor Freizeit also kaum retten ;)
Ach ja und Mittwoch... da wird das alles über den Haufen geworfen. Da spielen Anna und ich Badminton.


Donnerstag, 29. Oktober 2015

kommt lasst uns eine Kapelle putzen


willkommen im Himmel
Heute, nach einem ca 10 minütigen Nachmittagsschlaf, öffnete ich top motiviert meine Zimmertüre um dort Any, Ria, Erda und Cici anzutreffen. Nach ein bisschen rumreden erfuhr ich, dass heute >Panda< geputzt wird. Was auch immer das ist. Irgendwas auf einem Berg.

Da will ich mit.
Berbie - wie Anna inzwischen liebevoll genannt wird - wird auch noch mitgenommen.
Es geht natürlich sofort los.
Also warten wir
natürliche Warteposition


das pamobil in Aktion- bei der Rückfahrt sogar mit blauem Licht



einfach mal eine halbe Stunde, bis dann ein kleines Büsschen kommt. Die Musik hört man schon bevor man das >pamobil< sieht. Flott stopfen wir uns hinten hinein, um festzustellen, dass wir zu groß sind um aufrecht zu sitzen.

Auf der Spitze eines Hügels kamen wir an, wo uns eine Kapelle und eine Handvoll beschäftigt putzender Leuten begrüßte.
Laub fegen und natürlich verbrennen
Es ist gerade noch ein Rosenkranzmonat- jeden Tag wird gebetet und morgen ist der Abschluss. In dieser Kapelle, mit vielen vielen Leuten. Deswegen wurde alles geputzt, das Laub weggekehrt, der Boden geschrubbt und natürlich die Marienstatue.
Ich war hauptsächlich mit Fotografieren beschäftigt und.... auf einen Wasserturm zu klettern.
Jetzt dürfen die Bilder sprechen.
Bin schon gespannt wie der Abschluss eines Rosenkranzmonats aussieht, das werden wir dann wohl morgen erfahren.




Liebe Grüße aus Panda