Samstag, 5. Dezember 2015

vom Rasen der Zeit


Es ist soweit. Vor drei Monaten bin ich von zuhause weg.
Lächerlich. Das ist ja nichts und doch bin ich schon ewig hier.
Es passiert so viel und gleichzeitig immer das Gleiche, das man gar nicht weiß, was man auf den Blog stellen soll.
Gleichzeitig kommt hinzu, dass Anna und ich kein Wlan mehr haben.
Luxus der uns nicht mehr gegönnt wird und dadurch verringert sich so einiges. Unter anderem Mailkontakt und auch Skypen.

Am 2.12. kam der erste große Regen nach Waingapu und es war einfach cool.
Als Anna und ich zum Mittagessen ins Pastorant rüber gingen, war es dunkler und kühler als sonst und es donnerte.
Die Anzeichen deuteten mal wieder auf Regen. Innerhalb von 5 Minuten im Pastorat kühlte es deutlich ab.
So sehr, dass ich mir überlegt habe ob mir kalt auf den Beinen ist.
Und dann ging es los. Ein Wetterschauspiel.
Blitze, die man am Himmel stehen sehen kann, und Donner,die so laut sind, dass sie mir im Ohr weh tun.
Und Wind.
Herrlich.
Dann kam auch der Regen, zuerst nicht all zu stark aber dann immer stärker und es waschelte für 40 Minuten.
Nachher schwamm alles.
Man sollte meinen, dass die Pflanzen das Wasser dringend nötig haben, aber bis das Wasser weg war, vergingen dann doch noch ein paar Stunden. Dafür lagen auch ein Haufen Blätter auf der Straße.
Ob wir wohl jetzt wirklich in der Regenzeit angekommen sind?
Und ob ich jedes Mal wieder in Begeisterung verfallen werde, wenn es regnet, oder ob es mir dann nach drei Monaten Regen wirklich reicht.... so viele Fragen und keine Antworten.

Inzwischen ist ja auch schon Advent, ich kann es kaum glauben, dass in 20 Tagen Weihnachten ist.
Achja.... Weihnachtszeit. Lebkuchen im August im Geschäft, Weihnachtsbeleuchtung Ende Oktober....
Hier bekommt man fast gar nichts mit davon, dass Weihnachten ist.
Ein bescheidener Adventkranz in der Kirche, wobei die Kerze äußerst unzeremionell angezündet wurde, und sonst nirgends. Ich dachte schon, dass es das war, aber als ich gestern mit Anna zum toko ging, war dort tatsächlich Weihnachtsdeko. Jede Säule hatte eine Girlande und vor der Tür wurde einem schon ein happy new year gewünscht.







Das größte Weihnachtsgefühl  kommt von uns.
Ich habe eine englische Geschichte geschrieben, die von Anna inspiriert und tatkräftig unterstützt wurde, und dann haben wir zusammen 19 kleine Briefe geschrieben.
Die Kinder fahren am 19.12. bereits zurück zu ihren Familien, daher endet der Kalender frühzeitig.
Der Kalender hat für Wirbel gesorgt. Zuerst hatte ich etwas Sorgen, dass es nicht gut ankommt. Weil es Englisch ist und nur Geschichten und ich von einigen gehört habe, dass sie nicht allzu gerne lesen, aber dem war nicht so.
der Briefkalender


Adventkalender gibt es hier nicht. Und so haben ein paar Kinder einfach mal irgendetwas aufgemacht, inzwischen haben wir das Prinzip erklärt. Die meisten waren ziemlich begeistert, dass es jetzt da etwas gibt.
Und einige lesen es auch schon fleißig alleine.
Die jüngeren kommen dann zu uns und wir helfen dann beim Verstehen.





Und dann gibt es natürlich noch meinen Rollenadventkalender, den Anna mir gebastelt hat. Jeden Tag bekomm ich ein kleines Röllchen mit Sprüchen und heute war ein Sudoku drinnen. Was sonst noch drinnen vorkommt kann ich euch leider noch nicht sagen.
Anna hats da nicht so gut wie ich, die hat nämlich einen Rätsel Adventkalender bekommen.

Wir haben den Plan gefasst, Kekse zu backen. Aber zuerst muss der Ofen in Betrieb gesetzt werden und eine Arbeitsfläche gefunden werden. Vielleicht schaffen wir das bis zum Ende der Woche.

Ich bin gespannt wie die Weihnachtsmesse dann ist. All zu groß sind meine Hoffnungen aber nicht.
Weihnachten ist hier eine ruhige Zeit, Advent wird nicht gefeiert.

Ich hoffe ihr seit alle fleißig am Punsch trinken und friert euch eure Nasen ab!

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