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| die Haus und Hofkirche |
Kann man nach
weniger als 70 Tagen von Alltag sprechen? Ich weiß es nicht, aber inzwischen
habe ich mich schon gut eingelebt. Da ich von einigen Seiten gehört habe, dass
mein Leben hier eher nach einem Abenteuerurlaub als nach Arbeit klingt, will
ich mal versuchen, das alles in das rechte Licht zu rücken.
Benedict hat vor
langer langer Zeit unseren vorläufigen Tagesablauf gepostet, der für das Pada
Dita gültig ist.
Für Anna und mich
schaut der Tag etwas anders aus.
Inzwischen
unterrichten wir ja schon - seit über einem Monat - regelmäßig. Für mich geht
es an 5 Tagen die Woche an die SMA (10-12.Klasse) und an einem Tag an die
SD Anda Luri (1.-6.Klasse). Die Schule beginnt hier um 7:30 Uhr und an vier
Tagen die Woche ist davor noch um 6 Uhr eine Morgenmesse in der Kirche von
Wara. Dementsprechend fängt der Tag früh an, aber immer mit der Sonne.
Ich
bin erst einmal im Finsteren aufgestanden und das war zum lari pagi letzen Sonntag. Aber das ist eine
andere Geschichte.
In der Schule hat
jeder von uns anderes Programm, Benedict ist Vollzeit in der SMP, Fred 3 Tage
an der SMP und 3 Tage an der SD Pada Dita und Anna an 4 Tagen an der SD Anda
Luri und 2 Tage an der SMP.
Von der SMP weiß
ich daher fast so viel wie ihr... nur aus Erzählungen.
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| Lehrerzimmer und Direktorat in der Aula |
In den ersten
Wochen war ich meistens noch mit Lehrern mit im Unterricht und habe die Teile,
wo es um Aussprache ging, übernommen - jetzt bin ich schon oft alleine in der
Klasse. In der Zeit verbessern die Lehrer dann Hausaufgaben, erholen sich kurz
oder erledigen etwas. Natürlich bin ich auch alleine in der Klasse, wenn ein
Lehrer nicht in die Schule kommen kann, was auch immer wieder passiert.
An der SMA sind
die Schüler - noch- hocherfreut, wenn sie sehen, dass ich komme.
Ich bemühe mich,
im Unterricht eine Balance zu finden zwischen dem, was unterrichtet werden
muss, dem, was die Lehrer wollen und dem, was für die Kinder wirklich
interessant ist.
Es ist aber
wirklich schwer, auf die Aussprache zu achten, wenn vor einem eine 40-Kind
starke Klasse sitzt.
Da habe ich noch
nicht die ideale Lösung gefunden - Ideen werden gerne angenommen.
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| typisches Klassenzimmer |
Noch dazu sind
auch die Arbeitsmaterialien sehr begrenzt. Die meisten Kinder haben einen,
vielleicht zwei Stifte und genug Schulhefte für eine Armee, aber das war es
dann auch schon - von TipEx abgesehen.
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| Blumenpracht |
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| Basketballfeld - am Nachmittag ist die Schule offen für die Schüler |
Nach dem
Unterricht gibt es jeden Tag noch eine Evualiasi
mit den Lehrern. Probleme und Projekte werden besprochen und dann geht es nach
Hause.
Mein Schulweg ist
wirklich lang.
Durch endlose
Gänge... und schon bin ich da. Herrlich.
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| die SMA von vorne, links gehts direkt zur SMP |
Die SD ist da
schon deutlich weiter entfernt... da brauche ich dann doch 7 Minuten hin -
hauptsächlich weil ich zwei Straßen überqueren muss. Die wird grade etwas
hergerichtet und die Klassen sind sehr unterschiedlich.
Es gibt zum
Beispiel eine Klasse, die nur durch Holzbrettern von der anderen getrennt ist,
aber auch eine, die so sauber ist, dass man die Schuhe vorher ausziehen muss.
Dort zu
unterrichten, ist gleich ganz anders als an der SMA. Da muss man die Kinder
auch noch richtig motivieren, damit sie die Wörter von der Tafel 'abzeichnen'.
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| Schulbücherei und Lehrerzimmer an der S |
7 Stunden lang zu
unterrichten ist ganz schön anstrengend und nach dem Mittagessen ist dann etwas
Zeit um auszuruhen. In der Zeit bis vier Uhr können Anna und ich tun was wir
wollen, Schlafen, Entspannen, Zimmer putzen, Wäsche waschen, Sport betreiben, Dinge
besorgen, lernen, Unterricht vorbereiten oder Hausaufgaben verbessern. Danach
ist Arbeitszeit im Asrama, wo die Kochgruppen anfangen zu kochen, die anderen
das Asrama putzen oder Laub zusammen fegen.
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| unsere Mädels - in der Kirche |
Seit dieser Woche
ist um 17:30 immer ein Englisch-Kurs im Asput, den Anna und ich zusammen
veranstalten. In Kleingruppen gehts darum, Gelerntes zu wiederholen, zu
festigen uuuund - ganz wichtig- Sprechen zu üben. Da sind die Kinder noch echt
unsicher, aber im Laufe des Kurses tauen sie meistens auf und trauen sich dann
mehr. Ist ein ziemlich cooles Gefühl, vor allem fragen sie dann auch immer, ob
es nicht noch länger geht.
Im Anschluss ist
dann das Abendessen, welches von der Lernzeit gefolgt wird.
Meistens können
wir uns vor Freizeit also kaum retten ;)
Ach ja und
Mittwoch... da wird das alles über den Haufen geworfen. Da spielen Anna und ich
Badminton.













Wir könnten Material für euch sammeln. Was braucht ihr für die Kids? Buntstifte, Zeichenblöcke, You and Me, ..... Ich mach mich mal schlau, wie man so eine Spendenladung am günstigsten schickt. Vielleicht finden sich ja Spender. Lg Ulli
AntwortenLöschenUnd außerdem: Danke für die ausführlichen Berichte. Ich freue mich immer wieder über Neuigkeiten von euch. Jetzt kann ja wohl keiner mehr von Urlaub sprechen.
AntwortenLöschenBrauchen... You and me wäre sicher lustig. Weil da ja auch Geschichten erzählt werden, damit das Lernen interessanter ist.
AntwortenLöschenAnsonsten bekommt man eigentlich alles hier, da ist es günstiger vor Ort Dinge zu besorgen, als die um die halbe Welt zu schicken.
Gerne gerne, ist eh viel zu selten.
Soeben erst entdeckt! Klingt anstrengend. Ich mag Schulen (aber nur von außen!!! ):
AntwortenLöschenInsgesamt: Hut ab Anja, dass du (im Wohlstand aufgewachsen) dich freiwillig und so lange in so ein einfaches Leben (Wäsche von Hand waschen,.....) begeben hast.