Sobald wir unser Visum in Kupang sicher
verlängert hatten, machten wir uns gleich am nächsten Morgen auf
den Rückweg, ein letztes Mal das fantastische Hotel mit dekadentem
Frühstück und Pool genossen. Diesmal natürlich mit dem Flugzeug. Der Vergleich 30 h mit der Fähre vs. 40 min mit dem Flugzeug hat uns letztendlich überzeugt.
Angekommen in Waingapu konnten wir uns
dann langsam wieder in den Schulalltag einleben. Also nachdem erstmal
ein paar Feiertage das Wochenende (also den Sonntag) ordentlich lang
gezogen hatten... So ein bisschen Erholung nach dem anstrengenden
Kupangaufenthalt sollte uns ja auch gegönnt sein.
In der SMA stand schließlich die
Zeugnisverleihung für die Abschlussklasse an – das ganze war eher
unspektakulär, besonders wenn man sich daran erinnert, was sie hier
sonst für einen Aufwand bei Festen betreiben. Die Fächerbesten
wurden immer zuerst aufgerufen, dann folgten die anderen, immer alle
im Gänsemarsch an den Lehrern vorbei, eine kleine Verbeugung und die
Hand des Lehrers wird zum Kopf geführt. Dann ging es mit dem DINA5
Comic Sans Druck, wo das in der Zeile „bestanden/ nicht bestanden“
das entsprechende mit einem Filzstift professionell durchgestrichen
wurde, zurück auf den Sitzplatz.
Bei uns im AsPut wurden die Kinder der
Abschlussklasse dann mit einem gemeinsamen Mittagessen verabschiedet,
tränenreich & bewegend. Es haben übrigens alle bestanden, und wir
wünschen ihnen alles Gute für ihren weiteren Lebensweg!
Im Pada Dita wurde das ganze ein
bisschen dicker aufgefahren, freitagsabends wurde eine große Feier
organisiert, inklusive Ansprachen, musikalischen Beiträgen und
gemeinsamen Essen für alle Gäste. Das ganze Programm hat sich aber
in allen Bahnen hingezogen, sodass die Gäste ihnen fast verhungert
wären.. Und bei ihnen wurde auch keine Träne vergossen.. Jungs halt
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| Kinder der 12. Klasse im Asput + Pak Benny |
Jetzt sind die Asramen endgültig ein
bisschen leerer, was die Kinder angeht, und alle können sich
in Ruhe auf die anstehenden Abschlussprüfungen vorbereiten. Für die
SMP und SD standen die Prüfungen der letzten Stufe schon früher vor
der Tür, bei mir an der SD wurde die Klausurwoche durch einen
feierlichen 3 Stunden-Gottesdienst eingeleitet, wo die gesammten
Kinder der Schule in einem Doppelklassenzimmer eingepfercht das
Eintreffen des Paters abgewartet haben und dabei ein gratis
Saunafeeling erleben konnten..
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| Während die Kinder geduldig drinnen der Messe folgen... |
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| ... gönnen sich die Lehrer den kühlen Sitzplatz vor der Tür |
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| Ganz innovativ gibts sogar einige kleine Videos, um die Predigt aufzulockern |
Sonntagsmorgens bietet sich immer die
Gelegenheit, morgens gegen 5 laufen zu gehen. Man muss nur aufpassen,
dass man die Willkür der Regenzeit nicht aus den Augen verliert.
Eigentlich sollte die Regenzeit seit Ostern schon längst vorbei
sein, aber letzen Sonntag hatte ich wirklich das Gefühl, sie fängt
grade erst richtig an. Nass bis auf die Knochen kam ich um 7 wieder
zurück am Asrama an, bereit, mit einem Pater auf eine etwas
entferntere Station zum Pfingstgottesdienst zu fahren. Auf dem Weg
dorthin hats natürlich auch nochmal so richtig schön geschüttet.
Der Pater, der für 7 Jahre in Deutschland gelebt hatte, trug
selbstverständlich eine Regenjacke (knallrot, Addidas, gekauft in
Deutschland, made in Indonesia..). Ich natürlich nicht, man muss sich ja anpassen. Dort angekommen war dann natürlich
auch noch keiner da, wer geht bei diesem Regen auch freiwillig vor
die Tür? Nach 2 Stunden Wartezeit konnten wir dann schließlich anfangen, mit
insgesammt 6 Erwachsenen und 6 Kindern war es auch zum Glück nicht
so ein riesen Ding und wir konnten schnell wieder zurückfahren. Ich
bin dort nämlich fast gestorben. Und zwar, kein Witz, an
Unterkühlung – und das in Indonesien. Ob ich in Deutschland jemals
so gefroren hatte? Wahrscheinlich sind wir hier durch die dauer 30
Grad Außentemperatur einfach nichts mehr gewohnt. Oder ich hab einen Hang zur Dramatik entwickelt..
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| Der Hafen im Regen - normalerweise voller Leute. |
Nach der Messe gings direkt im
Anschluss – auch hier hats wieder geregnet – zur Geburtstagsfeier eines Kindes
der SMA. Wenn hier Kinder Geburtstag feiern - sollte es mal vorkommen -
werden lustigerweise auch Lehrer und sonstige Leute wie Verwandte, Nachbarn und Ausländer eingeladen.
Ist so ein Imageding. Und die Leute letztens konnten echt was vorzeigen, es
war eine stinkreiche chinesische Familie, die sich grade eine Villa
am Strand gebaut hatte, wo vom Strohdach über Fußduschen bis zum
Apple-Logo an der Klotüre jedes Detail passt.
Zum Glück kam
dann auch langsam die Sonne heraus und der Eisklumpen Anna konnte
endlich auftauen. Sonst hat die Feier natürlich alle Indo-Fest
Klischees erfüllt: Ein Haufen Leute, die wir noch nie gesehen haben,
ein großes Buffet, wo wir die Strandardgerichte inzwischen im Schlaf
aufzählen könnten, ein dicker Geburtstagskuchen, der komischerweise
nie wirklich gegessen wird und zum Schluss der lustigen Ansprachen
Tanzgelegenheit bei fetziger Musik (mehr oder weniger..). Echt toll
war aber, dass der Strand direkt vor der Türe lag und man so nicht
die ganze Zeit den selfieverliebten Chinesen ausgeliefert war,
sondern ein bisschen spazieren gehen konnte.
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| Kaum angekommen, schon foto, foto.. |
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| Grüße vom Strand an Österreich |
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| Happy Birthday.. Der Kuchen wurde bis zum Ende nicht gegessen |
Innerhalb der nächsten Tage wurde unser
Standardprogramm neben der Schule von Hausaufgabenhilfe, Badminton spielen und
Asramaarbeit noch durch einen Besuch bei den
Pfadfinden unterbrochen. Sowohl an der SMP als auch an der SMA finden
regelmäßig Aktionen der Pfadfinder statt – für uns immer eine
tolle Gelegenheit, was neues zu sehen und das Leben hier von einer
anderen Seite kennenzulernen. Diese Woche waren sie im nahe gelgegenen Kambajawa campen. Hier bekommt man einen kleinen Einblick.. https://www.youtube.com/watch?v=lxRwGZJlpW4
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| sieht zwar kein aus, war aber ganz schön hoch und wackelig |
Vor kurzem traf ja auch Anjas Vater hier auf Sumba ein und folgte von nun an brav dem Programm,
das Anja und ich hier in unserem Alltag auch so erleben. Von den
Abschlussfesten, Geburtstagsfeiern, Gottesdiensten über die Schule
bis zum Badminton konnte er hautnah das Leben auf Sumba genießen.
Abends haben wir ihm die Spezialitäten der indonesischen Küchen
nahegebracht, was auch für Anja und mich nicht schlecht war: Wir
haben seit Ewigkeiten mal wieder Roti Bakar essen können – einfach
köstlich hmmm...
Und um ihm die besten Orte in Waingapu zu zeigen,
haben wir auch keine Gelegenheit ausgelassen, sodass sogar einmal ein
Ausblick über die Stadt eine dreistündige Wanderung durch die
Mittags-bzw. Nachmittagssonne gefordert hat. Hat sich aber gelohnt,
manchmal ist ja auch der Weg einfach das Ziel.
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| Auf dem Weg sahen wir eine Frau, die grade Stroff nach Sabu-Art webt |
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| Das Ziel: Der Ausblick auf Waingapu |
Jetzt ist Anja mit ihrem Vater nach
Waitabula gefahren und hat mich natürlich kaltherzig
zurückgelassen.. Nein, Quatsch, ich dachte mir einfach, lass die
beiden mal zusammen fahren, dann kann ich wenigstens mal wieder
unterrichten. Das ist irgendwie durch die ganze Klausurphasen,
Feiertage, Arbeit in Waitabula und Visumsreise ein bisschen
untergegangen und die Kinder in meinen Klassen waren schon der
Überzeugung, ich sei still und heimlich nach Deutschland
zurückgekehrt.
Auch die Asramakinder sollen nicht das
Gefühl behalten, Anja und ich seien immer nur auf der Durchreise mal
im Asrama. Dass jetzt nur einer von uns da ist, merken sie eh nicht, da uns bis jetzt fast noch keiner wirklich
auseinanderhalten kann.. So konnte ich die letzen Tage gemütlich
Wäsche waschen, mit den Kindern kochen, brav zur Schule gehen und hab
sogar im Chor des Asramas mitgesungen. Mehr oder weniger richtig,
aber dabei sein ist ja alles..
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| Ana, Anya, Anja, Anna.. wer ist denn nun wer? Echt schwer |
Heute, am Sonntag hab ich die anjafreie
Zeit noch ein letztes Mal genossen, war Laufen, Badminton spielen,
hab Schokoeis hergestellt (liebe Anja hehe) und einen Barbiefilm mit
den Kindern geguckt (wollte ich schon immer mal machen). Nein, ich
freu mich natürlich, dass du morgen wiederkommst, Anja – ob Pater Lino jedoch was von dem Eis für dich übrig lassen wird, kann ich nicht garantieren.. Unser süßer Lieblingspater ist nämlich grade ganz im Schokoeisrausch ;)
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| Badminton im Gor Jemmy |
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| das Asput lernt den Klassiker kennen - gespielt wird nach deutschen Regeln |
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| Pulang gereja.. Da muss natürlich erstmal ein Selfie her |















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