Vor einigen Monaten bekamen Anja und
ich die Anfrage, ob wir nicht Lust hätten, im April einer Lehrerin aus Deutschland während ihres Aufenthaltes auf Sumba
als Übersetzer zu helfen. Klar, waren wir dabei und fuhren so
mal wieder mit dem Travel nach Waitabula, um unsere über sieben Monate gereiften
Indonesischkenntnisse auf die Probe zu stellen. Spitze war,
dass wir die nächsten 12 Tage im Hotel verbringen durften.
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| Hotel Sinar Tambolaka |
Dort trafen wir dann auch zum ersten
Mal Frau Kaune, die - frisch aus Deutschland eingeflogen - uns erstmal
ganz viel Schokolade (die auf Sumba Seltenheitswert hat) als
Mitbringsel präsentierte und damit unsere Herzen im Sturm eroberte.
Beim gemeinsamen Essen beim Italiener (mhhh...) stellte sie uns den groben
Ablauf der nächsten Wochen vor.
An der Hochschule STKIP und an der
Mittelschule SMP Aloysius läuft ein aus Deutschland organisiertes
Projekt, das den Matheunterricht auf Sumba fördern soll. Ausgewählte
Lehramtsstudenten der STKIP werden in Workshops fortgebildet, mathematische Kompetenzen werden geschult und Unterrichtspädagogik
erlernt, die in Deutschland in einem äquivalenten Projekt bereits
erprobt ist und nun - ins Indonesische übersetzt - auf Sumba wirken soll.
Nach bestandenem Examen können die Studenten weiterhin im Projekt
bleiben, wo ein attraktives Lehrergehalt bei einer Anstellung an der
SMP Aloysius lockt. Dort gibt es bisher zwei Projektklassen, je eine
in Klasse 7 und 8, wo das indonesische Mathecurriculum über den
Haufen geworfen und nach einem ganz neuen Ansatz unterrichtet wird.
Es geht nämlich -tadaa- darum, dass die Kinder Mathe auch wirklich
verstehen und nicht nur Halbwissen bis zur nächsten Prüfung
auswendig gelernt wird. Das Projekt soll zeigen – und tut es
inzwischen auch – dass jeder Mathe lernen kann, von Indonesiern
über Koreaner bis Deutsche und das ganz unabhängig von Faktoren wie
Reichtum, Fortschritt oder Ergebnissen des Pisatests...
Nährere Infos zu dem Projekt in Deutschland https://www.mathematik.tu-dortmund.de/ieem/cms/media/BzMU/BzMU2009/Beitraege/alle+ModSek/Kaune_ModSek/KAUNE_Christa_2009_modSek.pdf
In unseren zwei Wochen hier ging es nun
darum, dass Frau Kaune den Fortschritt des Projektes zweimal pro Jahr
einsieht und normalerweise mit einem Dolmetscher einfliegt. Doch in diesem
Jahr schienen alle Kandidaten bereits beschäftigt, sodass nun Anja
und ich eingesetzt wurden, für Frau Kaune zu vermitteln. Das heißt,
wir halfen ihr bei allerlei Gesprächen – von Alltagsproblemen und
Plaudereien über Organisatorischem bezüglich des Projektes
bis hin zu Simultanübersetzen bei Workshops, in denen die Studenten neue Materie lernten.
Dazu fiel noch einiges an Büroarbeit an, wie Arbeitsblätter
übersetzen, Briefe verfassen oder Zertifikate drucken. Wir arbeiteten größtenteils auf dem Gelände der STKIP, wo vor Kurzem ein eigenes Gebäude für das deutsche Projekt entstanden ist, das LMK - Lembaga Matematika Kognitif.
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| Projektklasse - Hausaufgabenbesprechung |
Die ganze Arbeit war echt spannend,
weil wir durch unsere Übersetzerfunktion immer mittendrin im ungewohnten
Zusammenspiel zwischen Deutschem und Indonesischem waren. Das
strukturierte, durchgeplante deutsche System trifft auf
das gemächlichere, einfache Leben in Sumba. Da steht auf einmal ein
Beamer mit Dokumentenkamera in einer Klasse, in der es jedoch keine
Fensterscheiben gibt; Indonesier treffen überpünktlich vor
Terminbeginn ein (hehe); Klimaanlagen kühlen die schwüle Mittagsluft und
die Männer machen sich freiwillig an den Abwasch...
Es ist echt spannend, wie Engagement,
Geld und Ausdauer wirken und verändern können und nun zwei absolut
Leistungsstarke Matheklassen an der SMP entstanden sind, in der der
sonst übliche Frontalunterricht vollkommen aufgebrochen ist und die
Kinder gemeinsam und motiviert den Stoff erarbeiten.
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| Schwester Mathilde, Olif, Tina, Ince, Misseri, Anja, Anna, Frau Kaune |
Außerhalb der vielfältigen Eindrücke,
die wir über das Projekt mit all ihren Beteiligten wie Lehrern,
Studenten und Schülern sammeln konnten, waren wir natürlich in
unserer Freizeit ein bisschen auf Sumba unterwegs. In der Nähe
von Waitabula gibt es unglaublich schöne Strände, die einfach nur dazu
einladen, nachmittags zum Kaffee rauszufahren und den Sonnenuntergang
zu genießen.
Sonst
hat sich der Aufenthalt in Südwestsumba für Anja und mich auch dazu
geeignet, Freunde aus unserem Asrama wiederzutreffen, die als
Zwölftklässler die letzten Prüfungen bereits absolviert hatten und nun
einen Monat zuhause waren.
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| Strand Oro... Erinnert an die Ostsee, oder? |
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| Von der Schreinerei auf Sumba... |
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| ... werden Möbel ins LMK geliefert |
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| Besuch bei Elsy, rechts im Bild |
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| Fußball schauen im Regen |
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| Entspannen am Strand Mananga Aba |









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