Wo sich eine Tür
schließt, öffnet sich eine Andere.
Man muss sich erst
trennen, um sich wiedersehen zu können.
Am Freitag hatten
wir unser Abschiedsfest, für alle die jetzt verwundert sind, ja wir sind noch
etewa 1 1/2 Monate in Indonesien, aber da jetzt die Sommerferien los gegangen
sind, wurde das Ganze vorverlegt.
Die
Indonesier lieben ja Feste, ich weiß nicht ob das
bereits aus dem Blog hevor gekommen ist, und
es ist bereits Tradition, dass die Volunteers zusammen mit dem Frater
(es gibt jedes Jahr einen Frater, der ein Ausbildungsjahr in Pada Dita
verbringt) ein Fest im Asrama Pada Dita schmeißen.
So auch
wir. Das Ganze kam etwas kurzfristig. Montags erfuhren wir, dass das Fest am
Freitag sein würde, na wenn es weiter nichts ist.
Also begannen Anna und ich mal zu überlegen, was wir denn vorbereiten könnten um uns von all den Leuten zu verabschieden. Letztendlich entschieden wir uns dazu ein Lied zu schreiben und mit viel Spaß und Köpfe rauchen, hatten wir am Ende ein herrliches Lied, mit tollen Reimen und waren bester Dinge.
Also begannen Anna und ich mal zu überlegen, was wir denn vorbereiten könnten um uns von all den Leuten zu verabschieden. Letztendlich entschieden wir uns dazu ein Lied zu schreiben und mit viel Spaß und Köpfe rauchen, hatten wir am Ende ein herrliches Lied, mit tollen Reimen und waren bester Dinge.
In der
Zwischenzeit musste die Essensfrage geklärt werden, es muss natürlich ein
Schwein geschlachtet werden und eigentlich auch Hühner. Aber reicht denn ein
Schwein?
So zur
Größenordnung, es waren ungefähr 200 Gäste eingeladen.
Irgendwann
entschied man sich dann für ein Schweinchen und das süße kleine Ding, wurde vom
Nachbarn gekauft und in den Stall von Pada Dita übersiedelt. Für Indonesien
ganz üblich, am Motorrad.
Die Woche
verflog ziemlich schnell, alle Leute mussten eingeladen werden und schon war
Freitag da. Freitag war nicht nur unser Fest sondern auch Zeugnisverteilung an
der SMA und Abschlussfest der SMP. Da ich beim Kochen mithelfen wollte,
entschuldigte ich mich etwas früher und kam gerade rechtzeitig im Aspad an
um.... das Schwein zu schlachten.
Mit einem
gezielten Stich in die Seite wird das Tier zeremionell zum Ausbluten gebracht -
Leeeecker!
Zusammen
mit ein paar Jungs und unserem Schlachtmeister wurde also zugestochen und in
dem ganzen Fieber viel mir gar nicht das Blut auf meinen Beinen auf.
Als
nächstes wurden dann die Haare und Borsten mit Stroh abgefackelt, schon
angebraten wurden dann die Reste abgekratzt, bevor es im Anschluss gewaschen
und klein gehackt wurde.
Im ganzen
Trubel viel mir nur am Rande auf, dass sie jetzt doch noch ein Schwein kaufen
fahren. Money money money.... must be funny
Ich
verließ die Männer unterdessen und gesellte mich zu den Frauen. Dort gab es
angenehmere Aufgaben für mich. Knoblauch schneiden, Karotten raspeln und Buncis
vorbereiten. Die echte Sumbanesische Hausfrau schneidet in der Luft und das in
einer Geschwindigkeit, das mir schlecht wird und ich um jeden Finger bange. Ich
bekam- Gott sei Dank - ein Brett und
machte mich etwas gemächlicher an die Arbeit. Mit nur einem Schnitt, vom
Raspler, und zwei Stunden später, war ich fertig. Nun waren alle gerade im
Fleischverarbeitungseinsatz und für mich gab es nichts mehr zu tun.
Gut so -
ich sterbe nämlich vor Hunger und bin komplett fertig, weil sich irgendwer
eingebildet hat um 3:00 in der Nacht Fußball EM anzuschauen.
Der
Nachmittag vergeht noch schneller, mit Fred die Dankesrede verfassen, mit Anna
über die Kleidung reden, mit den Kindern die Tische herrichten und eine kleine
Musikprobe, schon ist es fast sechs.
Und wir
sollten uns langsam in unsere Kains und Sarongs werfen, die Fred uns
ausgeliehen hat.
Natürlich
ist es vollkommen unsinnig um sechs fertig zu sein, wenn es um sechs losgehen
soll, deshalb sind wir es auch erst um halb sieben.
Tatsächlich
losgegangen ist das Fest allerdings erst... kurz nach acht.
Es gab
Reden, Lieder, Darbietungen von diversen Asrama Kinder und alles was das Herz
begehrt. Nur unseren Song konnten Anna und ich nicht vortragen - wir wurden
vergessen.
Bei
meiner Rede war ich dann doch etwas nervös, aber den Anderen ging es ebenso und
im Anschluss, gab es den zeremoniellen Höhepunkt des Abends. Wir haben alle
unseren eigenen Sumbastoff bekommen - meiner ist wunderschön dunkelrot mit
gelben Stickereien und von jetzt an, muss ich mir nie wieder einen Sarong
ausleihen.
Sogar die
jüngsten vom Asrama Pada Dita trauten sich auf die Bühne und waren wirklich
gut. Zusammen haben die Kinder außerdem ein Deutsches Lied vorbereitet - Meine
Zeit.
Eines
meiner Lieblingslieder aus der Kirche und mit Gottes Segen ging es dann zum
Essen über.
Wir aßen
als eine der Letzten, weil wir zuerst noch von allen Gästen - außer Om Piu, der
ging direkt zum Essen - einen Nasenkuss bekommen haben und da wurde ich dann
wirklich traurig. All die Mädels abzunaseln. Gut, dass ich sie noch einmal
Wiedersehe.
Das Essen
- sehr fleischlastig - wurde verzehrt
und direkt danach begannen die Leute zu tanzen. Etwas enttäuscht war ich schon,
dass wir das Lied nicht singen konnten. Es wäre so passend für mich gewesen.
Aber da
ich an diesem Abend seit Eeeeeewigkeiten mal wieder ein Glas Bier für die Nase
gesetzt bekommen habe, ließ ich mich ablenken und genoß den Abend.
Gegen
Mitternacht ließ sogar ich mich im Sarong zu ein zwei Tänzchen hinreißen und
irgendwann um zwei fand ich dann auch ins Bett nachdem ein zwei Schnappsnasen
versorgt worden waren.
Alles im
allem ein erfolgreiches Fest und ich bin froh, dass ich morgen noch nicht
nachhause fliege.





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