Donnerstag, 17. September 2015

1.Woche - wie man auf Bali 3 Nächte verbringen kann, ohne mit dem Meer in Berührung zu kommen



Die erste Woche ist um. Wie es nicht anders zu erwarten war, sprechen wir bereits fließend Indonesisch. Den Kindern zu folgen, wenn sie miteinander reden, ist kein Problem mehr.
Fast.


Die ersten drei Nächte haben wir auf Bali verbracht und seitdem sind wir auf Sumba. Es gab so viele erste Male, dass ich gar nicht weiß, ob sie mir noch alle einfallen.


Auf Bali sind wir super herzlich aufgenommen worden von Ibu Justina. Zu wissen, dass es jemanden gibt, der einen in Empfang nimmt nach einem Tag unterwegs sein, ist gut. Zuerst mussten wir sie jedoch finden und obwohl das nur fünf Minuten gedauert hat, wurden wir bereits von Taxifahrern aufgefressen. Alle haben versucht uns zu ihren Autos zu scheuchen. Ganz schräg.
Mit Ibu Justina war das dann kein Problem mehr. Nachdem wir all unsere Koffer in ihr Auto gestopft hatten, ging es durch die nur leicht chaotischen Straßen Denpasars.
So chaotisch der Verkehr ist, wirkt er doch sehr entspannt, jeder fährt das Tempo, wie es ihm gefällt und überholt auch immer. So lange im 90° Winkel kein Auto ist, steht dem Überholvorgang nichts mehr im Weg.
Ibu Justinas Haus ist groß, so groß, dass wir ein eigenes Stockwerk für uns mit Badezimmer und zwei Schlafzimmern bekommen haben. Die paar Stunden Flug haben uns dann doch etwas geschlaucht und wir sind halbwegs bald, noch vor Mitternacht ins Bett.
Am nächsten Tag begrüßt uns die Sonne und viel wichtiger das Meer. Sobald ich das Meer sehe fühle ich mich wie eine Motte, die zum Licht will. Von der Terrasse geht es hinunter zum Frühstück, der erste Eindruck bestätigt sich, ich fühle mich wie im Himmel. Den ersten Tag verbringen wir mit Hery, der eher wenig Englisch redet. Und wir reden eher wenig Indonesisch. Gleich mal richtig eintauchen in die Kultur.












Interkulturelle Kompetenz - Hallo

Was am meisten im Kopf geblieben ist-
Affen. 
An den zwei ganzen Tagen, die wir in Bali verbracht haben waren wir in... zwei Affenparks.
Der erste Tag in Bali hat mit einer langen Autofahrt begonnen. Eingestiegen sind wir bei ca 30°. Nach der Autofahrt sind wir an einem See angekommen, Lake Barat, ein Vulkansee, bei weniger als 20°. Dort gab es einen Park mit Tempelanlage, wo wir hineinkonnten. Wir hatten unseren Spaß und ich habe kopfschüttelnd festgestellt dass es Frauen verboten ist, den Tempel zu betreten, wenn sie bluten. Wie die ärgsten Touristen haben wir überall Bilder gemacht und versucht, zu vertuschen wie groß die Größenunterschiede in unserer Gruppe sind. Ein weiters Highlights an dem Tag war unser erstes Mal Reisessen in Indonesien. Gut so, wer weiß, ob wir uns sonst so gut angepasst hätten an das Essen, das wir im Asrama bekommen.
Das nächste erste Mal war ein Affenpark, mit so vielen Affen dass sie die Wege säumen. Und auch eben so viele kleine Shops, wo man mit tragischen Geschichten genötigt wird, etwas zu erwerben.

Und dann, als atemberaubender Abschluss des Tages, noch Thana Lot. Das ist ein Seetempel, der an einem wunderschönen Ort auf der Erde liegt. Man schreitet über breite Steinstiegen hinunter zum Wasser hin. Dort auf einem Felsen, der bei Flut schon im Wasser ist, sieht man dann den Tempel. Man sieht die in Stein geschlagenen Stufen und hört das Rauschen des Meers, welches durch die Sonne glitzert. Wohin das Auge reicht sieht man dieses schöne Fleckchen Natur.
Magisch.


Leider sind wir nicht die Einzigen, die von dem Ort gehört haben und so teilen wir uns dieses Stück Erde mit unzählbaren anderen Touristen.
Überall hat Hery motiviert von uns Bilder gemacht, mir ist leider erst zu spät aufgefallen, dass er nicht weiß, wie man mit meiner Kamera fokussiert. Wir haben uns den Sonnenuntergang angeschaut, was hier übrigens echt schnell geht.
Am Rückweg waren rundherum Läden, in denen man um Waren feilschen kann. Das Feilschen ist auch noch eine Kunst, die ich erlernen sollte.

Müde vom ersten Tag kommen wir am Abend geschafft bei Ibu Justina an. Im Gänsemarsch geht es duschen um dann rumzufaulen und viel Blödsinn zu reden. Guter Dinge wollten wir dann doch um halbzwölf schlafen gehen, doch da der Kampf um die Seitenschläferkissen etwas ausartete, wurde dieser Plan vereitelt.

Zuerst wollten wir ja, dass Fred eine Not OP macht. Leider waren die Schmerzen aber dann so groß, dass das nicht möglich war. Deshalb hat Anna Justina geholt, die vermutlich einen Schock fürs Leben hatte, ein weinendes Mädchen am Fußboden liegen zu haben, während drei andere Jugendliche gebannt auf einen blutenden..... Zeh schauen. (Anmerkung von Anna: Dam dam dam dramatische Musik Ende)

So lernte ich zusammen mit Benedict und Justina das nächtliche Bali, zwei verschiedene Krankenhäuser und einen lokalen McDonald's kennen.  Um 2°° gab es dann zurück im Haus eine Runde Chicken Nuggets mit Pommes und Schmerzmittel und einem Zehennagel weniger.




Am nächsten Morgen hieß es ausschlafen und so begann der Tag etwas verspätet und beinahe in unserem alten Rhythmus von zuhause. Das heutige Ziel war Ubud. Am Weg dorthin haben wir auch noch eine kleine Achterbahnfahrt hingelegt. Die Straßen auf Bali sind etwas schmal und der Verkehr nicht ganz so geregelt wie in Deutschland, was ich oben schon erwähnt habe.
Da Justina ganz ihrem Navi 'waze' vertraut, sind wir auf interessanten Straßen gelandet. Hinauf und hinunter und links und rechts bis wir an einer Sackgasse angekommen sind. Mir hats gefallen.
schlafende Instrumente
Dort angekommen, nach einem kleinen Stau, haben wir einen Palast/Tempel gesehen und im Anschluss den 'up market'. Der hat seinen Namen vermutlich daher, dass man in den ersten Stock hinauf gehen muss. Die Atmosphäre im Markt war echt cool. Ganz viele kleine Stände mit bunten Stoffen, Schmuck und Holzschnitzereien. Mein Paradies. Justina gab uns davor noch einige Tipps bezüglich feilschen. Angewandt habe ich diese aber nicht, weil es ziemlich rasch weiterging mit dem Versprechen, noch wo anderes einzukaufen heute. Ich glaube, sie hatte auch etwas Bedenken, dass wir uns übers Ohr ziehen lassen.

Zusammen mit einer Freundin von ihr, Dee, ging es in den nächsten Affenpark. Da sie, wie schon Hery gestern, sich als unsere Guides ausgaben, zahlten sie keinen Eintritt.
Zunächst war ich etwas skeptisch, schon wieder in einen Affenpark zu gehen, aber es war die Zeit wert. Komplett anders als am Vortag tauchten wir hier ein bisschen in den Wald ein. Es waren zwar die Affen weiter weg, aber du hast sie in einem wesentlich natürlicheren Umfeld wahr genommen. Benedict und ich waren zumeist mit fotografieren beschäftigt und eben, als ich mich hingekniet hatte, um eine Affenfamilie von ihrer besten Seite zu fotografieren, hat ein andererer daran Gefallen gefunden, auf mir herumzuklettern.
So stand ich auf einmal mit Affen am Rücken herum und Benedict hat es zusammen gebracht, ein Bild von zwei Affen zu machen, bevor der kleine Racker meine Kette klauen wollte.
Dee hat ihn verjagt und er ist auch abgehauen. Hat sich dabei nur kurz in meinen Haaren verfangen.
Nicht halb so schlimm wie bei dem Mädchen, welches sehr lange Haare hatte und ein Selfie mit einem am Boden sitzenden Affen machen wollte. Das hat schmerzhaft ausgesehen.

Am Weg zurück nach Denpasar sind wir an einer Beerdigungszeremonie vorbei gekommen, das war ein langer Straßenzug mit Menschen, Musik und Blumen. Davon gibt es leider nur unscharfe Fotos aus dem Fenster hinaus.
Den Sonnenuntergang haben wir an diesem Abend vom Auto aus bewundert, weil wir im Stau steckten. Mit knurrenden Mägen kamen wir an, in einer ominös aussehenden Straße mit Restaurants. Von vorne konntest du in die Küche sehen und in der Auslage lagen die Fischsorten auf Eis, die man sich hier grillen lassen konnte.
Justina meinte, wir sollen schon mal einen Tisch suchen und ich war doch sehr überrascht, als ich durch das Restaurant ging und am Strand heraus kam. Vor mir ein Meer aus Tischen mit Kerzen und im Hintergrund das Meeresrauschen.

Schon bald kamen Teller gefüllt mit gegrilltem Fisch, Schüsseln mit diversen Saucen und natürlich als Basis, Reis. Das beste am Essen, war meiner Meinung nach der "Crazyfish", weil der keine Gräten hatte, und die Muscheln, so lecker mariniert. Hier am Strand wurde auch die erste Flasche des lokalen Biers 'Bintang' gekostet.
Fazit: Schmeckt wie Heineken.

Im Anschluss kam das versprochenen Shoppen. Dort haben Fred und Benedict ihre Erfüllung gefunden. Ein riesengroßer Shop mit allem, was ihre Herzen begehren. Von allen Mitarbeiterinnen, von denen es zu viele gab, angehimmelt, folgten die beiden Anna und mir.
Nach fast einer Stunde waren wir dann auch fertig, alle mit neuen, zusammen passenden, blauen Sarongs ausgestattet. Fred freut sich jetzt schon drauf, wenn wir endlich Gelegenheit haben, die anzuziehen.

Ich packe meinen Koffer... Danach ging es noch einmal weg mit Dee. Party machen auf Bali, mit ähnlichen Preisen wie zuhause. In Bali scheint es einen Wettbewerb zu geben, welcher Club lauter auf die Straße hinaus tönt, da alle nach vorne hin offen sind. Sonderlich lange sind wir nicht geblieben, immerhin fängt morgen der Ernst des Lebens an und da sollten wir in unserer Bestform sein. 


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