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Die erste Woche
ist um. Wie es nicht anders zu erwarten war, sprechen wir bereits fließend
Indonesisch. Den Kindern zu folgen, wenn sie miteinander reden, ist kein
Problem mehr.
Fast.
Die ersten drei
Nächte haben wir auf Bali verbracht und seitdem sind wir auf Sumba. Es gab so
viele erste Male, dass ich gar nicht weiß, ob sie mir noch alle einfallen.
Auf Bali sind
wir super herzlich aufgenommen worden von Ibu Justina. Zu wissen, dass es
jemanden gibt, der einen in Empfang nimmt nach einem Tag unterwegs sein, ist
gut. Zuerst mussten wir sie jedoch finden und obwohl das nur fünf Minuten
gedauert hat, wurden wir bereits von Taxifahrern aufgefressen. Alle haben
versucht uns zu ihren Autos zu scheuchen. Ganz schräg.
Mit Ibu Justina
war das dann kein Problem mehr. Nachdem wir all unsere Koffer in ihr Auto
gestopft hatten, ging es durch die nur leicht chaotischen Straßen Denpasars.
So chaotisch der
Verkehr ist, wirkt er doch sehr entspannt, jeder fährt das Tempo, wie es ihm
gefällt und überholt auch immer. So lange im 90° Winkel kein Auto ist, steht
dem Überholvorgang nichts mehr im Weg.
Ibu Justinas
Haus ist groß, so groß, dass wir ein eigenes Stockwerk für uns mit Badezimmer
und zwei Schlafzimmern bekommen haben. Die paar Stunden Flug haben uns dann
doch etwas geschlaucht und wir sind halbwegs bald, noch vor Mitternacht ins
Bett.
Am nächsten Tag
begrüßt uns die Sonne und viel wichtiger das Meer. Sobald ich das Meer sehe
fühle ich mich wie eine Motte, die zum Licht will. Von der Terrasse geht es
hinunter zum Frühstück, der erste Eindruck bestätigt sich, ich fühle mich wie
im Himmel. Den ersten Tag verbringen wir mit Hery, der eher wenig Englisch
redet. Und wir reden eher wenig Indonesisch. Gleich mal richtig eintauchen in
die Kultur.
Interkulturelle
Kompetenz - Hallo
Was am meisten
im Kopf geblieben ist-
Affen.
An den zwei
ganzen Tagen, die wir in Bali verbracht haben waren wir in... zwei
Affenparks.
Der erste Tag in
Bali hat mit einer langen Autofahrt begonnen. Eingestiegen sind wir bei ca
30°. Nach der Autofahrt sind wir an einem See angekommen, Lake Barat, ein
Vulkansee, bei weniger als 20°. Dort gab es einen Park mit Tempelanlage, wo
wir hineinkonnten. Wir hatten unseren Spaß und ich habe kopfschüttelnd
festgestellt dass es Frauen verboten ist, den Tempel zu betreten, wenn sie
bluten. Wie die ärgsten Touristen haben wir überall Bilder gemacht und
versucht, zu vertuschen wie groß die Größenunterschiede in unserer Gruppe
sind. Ein weiters Highlights an dem Tag war unser erstes Mal Reisessen in
Indonesien. Gut so, wer weiß, ob wir uns sonst so gut angepasst hätten an das
Essen, das wir im Asrama bekommen.
Das nächste
erste Mal war ein Affenpark, mit so vielen Affen dass sie die Wege säumen.
Und auch eben so viele kleine Shops, wo man mit tragischen Geschichten
genötigt wird, etwas zu erwerben.
Und dann, als
atemberaubender Abschluss des Tages, noch Thana Lot. Das ist ein Seetempel,
der an einem wunderschönen Ort auf der Erde liegt. Man schreitet über breite
Steinstiegen hinunter zum Wasser hin. Dort auf einem Felsen, der bei Flut
schon im Wasser ist, sieht man dann den Tempel. Man sieht die in Stein
geschlagenen Stufen und hört das Rauschen des Meers, welches durch die Sonne
glitzert. Wohin das Auge reicht sieht man dieses schöne Fleckchen Natur.
Magisch.
Leider sind wir
nicht die Einzigen, die von dem Ort gehört haben und so teilen wir uns dieses
Stück Erde mit unzählbaren anderen Touristen.
Überall hat Hery
motiviert von uns Bilder gemacht, mir ist leider erst zu spät aufgefallen,
dass er nicht weiß, wie man mit meiner Kamera fokussiert. Wir haben uns den
Sonnenuntergang angeschaut, was hier übrigens echt schnell geht.
 Am Rückweg waren
rundherum Läden, in denen man um Waren feilschen kann. Das Feilschen ist auch
noch eine Kunst, die ich erlernen sollte.
Müde vom ersten
Tag kommen wir am Abend geschafft bei Ibu Justina an. Im Gänsemarsch geht es
duschen um dann rumzufaulen und viel Blödsinn zu reden. Guter Dinge wollten
wir dann doch um halbzwölf schlafen gehen, doch da der Kampf um die
Seitenschläferkissen etwas ausartete, wurde dieser Plan vereitelt.
Zuerst wollten
wir ja, dass Fred eine Not OP macht. Leider waren die Schmerzen aber dann so
groß, dass das nicht möglich war. Deshalb hat Anna Justina geholt, die
vermutlich einen Schock fürs Leben hatte, ein weinendes Mädchen am Fußboden
liegen zu haben, während drei andere Jugendliche gebannt auf einen
blutenden..... Zeh schauen. (Anmerkung von Anna: Dam dam dam dramatische
Musik Ende)
So lernte ich
zusammen mit Benedict und Justina das nächtliche Bali, zwei verschiedene
Krankenhäuser und einen lokalen McDonald's kennen. Um 2°° gab es dann
zurück im Haus eine Runde Chicken Nuggets mit Pommes und Schmerzmittel und
einem Zehennagel weniger.
Am nächsten
Morgen hieß es ausschlafen und so begann der Tag etwas verspätet und beinahe
in unserem alten Rhythmus von zuhause. Das heutige Ziel war Ubud. Am Weg
dorthin haben wir auch noch eine kleine Achterbahnfahrt hingelegt. Die
Straßen auf Bali sind etwas schmal und der Verkehr nicht ganz so geregelt wie
in Deutschland, was ich oben schon erwähnt habe.
Da Justina ganz
ihrem Navi 'waze' vertraut, sind wir auf interessanten Straßen gelandet.
Hinauf und hinunter und links und rechts bis wir an einer Sackgasse
angekommen sind. Mir hats gefallen.
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| schlafende Instrumente |
Dort angekommen,
nach einem kleinen Stau, haben wir einen Palast/Tempel gesehen und im
Anschluss den 'up market'. Der hat seinen Namen vermutlich daher, dass man in
den ersten Stock hinauf gehen muss. Die Atmosphäre im Markt war echt cool.
Ganz viele kleine Stände mit bunten Stoffen, Schmuck und Holzschnitzereien.
Mein Paradies. Justina gab uns davor noch einige Tipps bezüglich feilschen.
Angewandt habe ich diese aber nicht, weil es ziemlich rasch weiterging mit
dem Versprechen, noch wo anderes einzukaufen heute. Ich glaube, sie hatte
auch etwas Bedenken, dass wir uns übers Ohr ziehen lassen.
Zusammen mit
einer Freundin von ihr, Dee, ging es in den nächsten Affenpark. Da sie,
wie schon Hery gestern, sich als unsere Guides ausgaben, zahlten sie keinen
Eintritt.
Zunächst war ich
etwas skeptisch, schon wieder in einen Affenpark zu gehen, aber es war die
Zeit wert. Komplett anders als am Vortag tauchten wir hier ein bisschen in
den Wald ein. Es waren zwar die Affen weiter weg, aber du hast sie in einem
wesentlich natürlicheren Umfeld wahr genommen. Benedict und ich waren zumeist
mit fotografieren beschäftigt und eben, als ich mich hingekniet hatte, um
eine Affenfamilie von ihrer besten Seite zu fotografieren, hat ein andererer
daran Gefallen gefunden, auf mir herumzuklettern.
So stand ich auf
einmal mit Affen am Rücken herum und Benedict hat es zusammen gebracht, ein
Bild von zwei Affen zu machen, bevor der kleine Racker meine Kette klauen
wollte.
Dee hat ihn
verjagt und er ist auch abgehauen. Hat sich dabei nur kurz in meinen Haaren
verfangen.
Nicht halb so
schlimm wie bei dem Mädchen, welches sehr lange Haare hatte und ein Selfie
mit einem am Boden sitzenden Affen machen wollte. Das hat schmerzhaft
ausgesehen.
Am Weg zurück
nach Denpasar sind wir an einer Beerdigungszeremonie vorbei gekommen, das war
ein langer Straßenzug mit Menschen, Musik und Blumen. Davon gibt es leider
nur unscharfe Fotos aus dem Fenster hinaus.
Den
Sonnenuntergang haben wir an diesem Abend vom Auto aus bewundert, weil wir im
Stau steckten. Mit knurrenden Mägen kamen wir an, in einer ominös aussehenden
Straße mit Restaurants. Von vorne konntest du in die Küche sehen und in der
Auslage lagen die Fischsorten auf Eis, die man sich hier grillen lassen
konnte.
Justina meinte,
wir sollen schon mal einen Tisch suchen und ich war doch sehr überrascht, als
ich durch das Restaurant ging und am Strand heraus kam. Vor mir ein Meer aus
Tischen mit Kerzen und im Hintergrund das Meeresrauschen.
Schon bald kamen
Teller gefüllt mit gegrilltem Fisch, Schüsseln mit diversen Saucen und
natürlich als Basis, Reis. Das beste am Essen, war meiner Meinung nach der
"Crazyfish", weil der keine Gräten hatte, und die Muscheln, so
lecker mariniert. Hier am Strand wurde auch die erste Flasche des lokalen
Biers 'Bintang' gekostet.
Fazit: Schmeckt
wie Heineken.
Im Anschluss kam
das versprochenen Shoppen. Dort haben Fred und Benedict ihre Erfüllung
gefunden. Ein riesengroßer Shop mit allem, was ihre Herzen begehren. Von
allen Mitarbeiterinnen, von denen es zu viele gab, angehimmelt, folgten die
beiden Anna und mir.
Nach fast einer
Stunde waren wir dann auch fertig, alle mit neuen, zusammen passenden, blauen
Sarongs ausgestattet. Fred freut sich jetzt schon drauf, wenn wir endlich
Gelegenheit haben, die anzuziehen.
Ich packe meinen
Koffer... Danach ging es noch einmal weg mit Dee. Party machen auf Bali, mit
ähnlichen Preisen wie zuhause. In Bali scheint es einen Wettbewerb zu
geben, welcher Club lauter auf die Straße hinaus tönt, da alle nach vorne hin
offen sind. Sonderlich lange sind wir nicht geblieben, immerhin fängt morgen
der Ernst des Lebens an und da sollten wir in unserer Bestform sein.
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