Die Leute auf Sumba
scheinen gerne zu feiern und das ganz nach dem Motto 'je größer, desto besser'.
So haben wir es in neun Tagen bereits auf zwei Hochzeiten und zwei Geburtstage
geschafft. Alle vier von Leuten, die wir vorher nicht kannten.
Bei diesen Anlässen
haben wir auch die Genauigkeit von indonesischen Zeitangaben erfahren.
Meist sind wir um
die Uhrzeit, die als Beginn genannt wurde, erst vom Asrama losgefahren, und
waren noch immer unter den ersten Gästen.
Zum
Ablauf von einer Hochzeit: zunächst passieren alle Gäste ein Zelt, in dem man
ein kleines Stück Kuchen - möglicherweise der
Hochzeitskuchen- Wasser und ein kleines Andenken bekommt. Alles wunderschön
verpackt in Massen an Plastik.
Das Zelt
passiert, eröffnet sich vor einem ein Plastikstühlemeer. Hier gilt die Regel:
je weiter vorne man sitzt, desto früher bekommt man auch etwas zu Essen; was
für uns relevant ist, da die Hochzeit meist um unsere normale Essenszeit
beginnt, und ich sowieso immer Hunger habe. Außerdem hat man einen wesentlich
besseren Blick auf die Bühne.
Hier zur
Veranschaulichung eine Skizze wie so etwas aussehen kann.
Die Bühne
ist immer festlich geschmückt und ausgeleuchtet wie im Theater. Da kann man
wirklich vom 'im Scheinwerferlicht stehen' sprechen.
Verspätet fängt die Zeremonie an, die Live Musik beginnt und unter Anleitung des Moderators folgt der Einzug des Brautpaares samt Familie. Die Braut war bis jetzt immer in weißen Prinzessinenkleidern zu sehen, nur die Eltern waren etwas traditioneller mit Sarongs von den Heimatinseln gekleidet. Wir haben erzählt bekommen, dass auf Sumba sehr selten Leute in Tracht heiraten.
Verspätet fängt die Zeremonie an, die Live Musik beginnt und unter Anleitung des Moderators folgt der Einzug des Brautpaares samt Familie. Die Braut war bis jetzt immer in weißen Prinzessinenkleidern zu sehen, nur die Eltern waren etwas traditioneller mit Sarongs von den Heimatinseln gekleidet. Wir haben erzählt bekommen, dass auf Sumba sehr selten Leute in Tracht heiraten.
Auf der
Bühne nehmen dann die Eltern und das Brautpaar Platz und von nun an liegt alles
in der Hand des Moderators. Es folgen die Reden, ca. drei bis fünf. Ich habe
mich bemüht zuzuhören, jedes vierte Wort ungefähr verstehe ich sogar, aber der
Zusammenhang bleibt mir ein Rätsel. Ein Fixpunkt ist eine religiöse Rede, wo
die Gäste zusammen beten. In Indonesien gibt es ein kirchliches Gesangsbuch,
welches zu allen Anlässen verwendet wird, so auch hier.
Das
nächste Highlight ist.... die Fahrstuhlmusik.
Es
beginnt das Spektakel der Torte.
Hier
anzumerken ist, dass die Torte nicht unbedingt essbar sein muss, sie kann auch
aus Plastik bestehen. Dann wird nur symbolisch, von Europa inspiriert, mit dem
Messer von oben nach unten gedeutet. Wichtig ist aber, dass die Torte essbar
oder nicht - groß ist. Auf der zweiten Hochzeit war es eine echte Torte, und
das Gestell war gigantisch.
Von der
Fahrstuhlmusik untermalt folgt nun das Tortenfüttern, zuerst das Brautpaar ein
Bissen Torte, dann die Eltern, dann weiter wichtige Leute und alle, die eine
Rede gehalten haben. Immer auf 3,2,1 um ja den richtigen Moment auf dem Bild
fersthalten zu können. Nach der Tortenbissenübergabe folgt der traditionelle
Nasenkuss 'cium Sumba'.
Die
Vorführung wird beendet mit einer Verbeugung von den Akteuren auf der Bühne. Es
folgt nun ein Gänsemarsch aller Gäste vom einen Ende der Bühne zur anderen um
allen Beteiligten mit cium Sumba zu gratulieren.
Hier gibt
es auch ein Bild von unseren liebsten Küsserkönigen.
Nun
schreitet man zum Essensbereich. Beim Eintritt erhalten alle piring & sendok, Teller und Löffel und man
kann sich am Buffet laben.
Obligatorisch
gibt es Reis und danach variiert es leicht. Meistens gibt es Schwein, auf
diverse Arten zubereitet, manchmal Nudeln, kleine Frühlingsrollen und natürlich
auch Gemüse. Außerdem gibt es so etwas wie Krabbenchips, der neue Snack für
zwischendurch.
Gegessen
wird im Stehen und geredet wird hauptsächlich mit Leuten, die man ohnehin
bereits kennt. Wir sind hier die Ausnahme, als Weiße sind wir hier ein
Highlight und werden dann doch öfters von Fremden angesprochen.
Nach dem
Essen folgt dann evt. noch eine Tanzeinlage. Line Dance. Traumhaft, Anna und
ich haben uns auch daran probiert, aber bis ich die Schrittkombi im Kopf habe,
ist der Tanz vorbei.
Einmal
auf einer Geburtstagsfeier haben sogar Fred und Benedict getanzt, mal schauen
ob da jemand Bilder gemacht hat...


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