Frohe Ostern euch
allen!
Ich hoffe ihr habt
alle schon eure Osternester und Eier gefunden, verfaulte Eier riechen nämlich
gar nicht gut. Das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen.
Bei Gründonnerstag
habe ich euch ja noch den besten Teil vorenthalten.
Das wird jetzt alles
nachgeholt
Inzwischen bin ich
wieder auf meiner lieben kleinen Insel, habe meinen Rucksack ausgepackt, alle
Sachen verstaut und mit den Kindern geplaudert. Als Willkommensgeschenk war
heute keine Morgenmesse, ich habe mich gefühlt wie im Himmel.
Allerdings...
vielleicht muss ich ja jetzt in die Hölle, wenn mein Körper so einen
Hostienentzug hat.
In einer Stunde ist
das große Wiedersehen mit Anna und ich bin schon gespannt auf ihr Ostern. Ich
glaube viel unterschiedlicher kann es gar nicht sein.
In Larantuka habe
ich also keinen einzigen toko und kiosk betreten, war zweimal kurz am Strand und
wenn ich nicht am Beten in Kirche oder Kapelle war, habe ich geschlafen,
gegessen oder gelesen. So ein richtig harter Draufgänger Urlaub also.
Am Gründonnerstag
gings das erste Mal an den Strand und ich konnte sogar schwimmen, wenn auch nur
für eine halbe Stunde. Die Strände in Larantuka sind ganz anders als die von
Sumba. Dort gibt es keinen weißen Sand sondern schokoladefarbenen.
Ein ganz anderes
Feeling, aber ich fand es eigentlich noch schöner, weil es nicht dem typischen
Kalender Bild entsprach. In Larantuka sieht man kein endloses Meer sondern
schon die kleinen Nachbarsinseln beziehungsweise Flores selbst.
Im Anschluss ging es zu heißen Quellen und das ist riiichtig heiß. Ich konnte Anfangs nicht einmal die Zehen hineinstrecken. Am Ende habe ich mich dann fast mit dem ganzen Körper hineingewagt. Gut dass ich schon eine gewisse Grundbräune habe, sonst wäre ich krebsrot gewesen.
Im Anschluss ging es zu heißen Quellen und das ist riiichtig heiß. Ich konnte Anfangs nicht einmal die Zehen hineinstrecken. Am Ende habe ich mich dann fast mit dem ganzen Körper hineingewagt. Gut dass ich schon eine gewisse Grundbräune habe, sonst wäre ich krebsrot gewesen.
Am Abend ging es
dann in die Messe und es war ein selten lustiger Gottesdienst.
In Larantuka war
alles ein bisschen kacau - chaotisch/
ungeordnet. Mir wurde die zweite Lesung aufgetragen und ich wurde beim Chor
eingeteilt. Dadurch verging die Messe ziemlich schnell und ich kann stolz
sagen, dass mir an diesem Tag kein Patzer passierte.
Die Jünger, allesamt
männlich, saßen um den Altar alle ohne Socken, außer Einer. Der hatte wohl
vergessen, dass ihm die Fußwaschung bevorstand.
Aber kein Ding, es kam zur Lesung und dem
Dialog zwischen Jesus und Simon Petrus, welcher von Pater Veri und einem Jünger
vorgetragen wurde.
Simon Petrus: Herr,
dann nicht nur meine Füße sondern auch die Hände und das Haupt.
Jesus: Wer vom Bad
kommt..... ist eh schon sauber also bist du schon sauber und ich wasche nur
deine Füße.
Irgendwie sind wir
da leicht abgewichen von der Einheitsübersetzung. Da ist dem Guten wohl der
Text abhanden gekommen.
Das hat mir schon so
ein kleines Highlight bereitet, aber viel lustiger waren die Ministranten, die
am Ende nicht die Monstranz mit dem Weihrauch gesegnet haben, sondern ihre Mit
Minis, bis sie von Suster Blandina um 180° gedreht wurden. Das Kreuz mit seinen
Kerzen wusste auch nicht ganz den rechten Weg, und sind am Ende in einem
anderen Teil der Kirche als Pater mit Monstranz gewesen.
Recht unterhaltsam.
![]() |
| die Monstranz ist gut behalten angekommen |
Samstag war die
unglaubliche Wasser und Landesprozession, wo angeblich super viele Bule also weiße sein sollten. Einen einzigen
anderen habe ich gesehen und der war Kameramann.
Das ganze war eine
mega heiße Angelegenheit,wo ich eine Stunde in der Sonne war und schon rot
geworden bin. Die Sonne fetzt hier noch ein bisschen mehr rein als auf Sumba.
Jesus Christ
Superstar kann man da nur sagen. Es waren angeblich 20.000 Besucher,
hauptsächlich in schwarz gekleidet, die sich unheimlich gedrängt haben um ein
Video von diesem einmaligen Erlebnis zu machen. Igitt Menschenmassen.
Der Abend war nicht
viel besser da ging es von 19:00- 2:00 früh durch die Straßen, unter anderem im
Kreis. Das war zwar ein schöner Anblick, was die vielen Menschen mit Kerzen
betraf , aber da auch das auf Portugiesisch gehalten wurde nicht ganz mein Fall.
Am Samstag hieß es
ausschlafen, faulenzen und eine halbe Stunde ging es an den Strand. Einfach
schön. In diesen Momenten bin ich dann einfach glücklich. Ich glaube ich brauch
mal einen Wohnort der nahe am Wasser ist. Vorzugsweise Meer, aber das findet man
in Österreich wohl eher nicht.
Diesen Moment können
Bilder besser beschreiben als meine Worte. Aber das Fischerboot, als schwarze
Silhouette vor blau grauen Hügeln im Hintergrund kam mir magisch vor.
Am Abend ging es
diesmal in eine andere Kirche. Die Messe, ich bin fast verhungert, hat etwa
drei Stunden gedauert, was unter anderem darauf zu führen war, dass das Feuer
nicht gebrannt hat, das Evangelium beinahe zweimal gesungen wurde, weil sich
der Vorsänger so oft versungen hat und es wiederholen musste und - mein
Lieblingspart - die dritte Lesung, die falsche war. Leider wurde die Person
erst kurz vor Ende der falschen Lesung darauf aufmerksam gemacht.
Und auch wenn ich
das nie für möglich gehalten hätte, weil ich die Messe in der Osternacht auch
zuhause zu lange finde, hat mir die Messe daheim gefehlt. Es ist irgendwie
stimmungsvoller. Hier wurden die Lichter viel zu schnell wieder angezündet.
Außerdem will ich Deo Gracias und Lumen Christi hören und nicht den
indonesischen Counterpart.
Irgendwann um eins
ging es dann ins Bett um dann voller frische am Ostersonntag um 7:00 in die
Messe zu maschieren.
Diesmal war ich für
den kacau Teil verantwortlich. Pater
Veri hat mir nämlich liebenswürdiger Weise die Möglichkeit gegeben vor der
ganzen Kirche über meine Beziehung zu Gott und meiner Aufgabe in Sumba zu
reden. Zu nett von ihm.
Außerdem hat er mich
rumsingen gehört und so kam es, dass ich am Ostersonntag in einer kleinen
Kirche in Indonesien Halleluja von Leonard Cohen vortrug.
Nur dass ich vor
Nervosität nach den ersten zwei Zeilen abbrach, weil ich meinte mich versungen
zu haben.
Nichts desto trotz
war es dann lustig, weil die gesamte Kirche in den Refrain miteingestiegen ist
und wir nach der Messe noch weiter sangen. Außerdem haben sie jetzt vor das
Lied fest in ihren Ostersonntag einzuplanen.
Am Abend ging es
dann mit einem Bus zurück nach Maumere. Der Bus, hat vier Reihen und ca die
Ausmaße eines VW Busses, war gestopft voll und ich fand mich für die erste
Stunde zwischen den Reihen ohne Rückenlehen wieder.
Außerdem hatte ich
das Vergnügen mit ein paar leicht angetrunkenen Jugendlichen, die mich
wunderschön fanden - verfluchte weiße Haut - und leider nicht aufhören wollten
mit mir zu sprechen. Das passiert wenn man einmal nicht per Anhalter fährt.
Außerdem kannte sich
der Busfahrer in Maumere leider weniger gut aus als ich und so hatte ich noch
einen kleinen Nachtspaziergang in der Stadt um dann halb tot im Susteran ins Bett zu fallen.
Mit der Kirche am
Ostermontag - ich meine, dass das mein erstes Mal war - schloß ich dann meinen
Aufenthalt ab.
Jetzt habe ich zwar
eine kleine Kirchenüberdosis, bräuchte Ferien von den Ferien, aber bin der
Kirche näher als ich dachte.
Vorher hatte ich
einiges Abenteuerliches über Larantuka gehört und hatte schon gedacht, dass ich
nach dem Trip Abstand nehmen werde von der katholischen Kirche.
Dem war aber nicht
so. Mit den Schwestern zusammen zu leben war lustig und ich habe viel gelernt
über Hintergründe und Geschichte. Wenn auch sie etwas anstrengend sind auf
Dauer, so wie Mütter die einen betütteln, war es einmalig. In Larantuka war
Platz für Fehler während der Messe, aber das war egal, weil es nur darum ging
zusammen feiern zu können.

Achja... und
Osterhase, Süßigkeiten, Eier oder ähnliches? Nada. Wer käme denn auch auf die
Idee den Kindern etwas interessantes zu bieten ;)
Dafür hat er glaub
ich bei Anna vorbei geschaut.
Frohen Start in die
Arbeitswoche!



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