Dienstag, 29. März 2016

Frohe Ostern - Resumee


Frohe Ostern euch allen!
Ich hoffe ihr habt alle schon eure Osternester und Eier gefunden, verfaulte Eier riechen nämlich gar nicht gut. Das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen.

Bei Gründonnerstag habe ich euch ja noch den besten Teil vorenthalten.
Das wird jetzt alles nachgeholt

Inzwischen bin ich wieder auf meiner lieben kleinen Insel, habe meinen Rucksack ausgepackt, alle Sachen verstaut und mit den Kindern geplaudert. Als Willkommensgeschenk war heute keine Morgenmesse, ich habe mich gefühlt wie im Himmel.
Allerdings... vielleicht muss ich ja jetzt in die Hölle, wenn mein Körper so einen Hostienentzug hat.
In einer Stunde ist das große Wiedersehen mit Anna und ich bin schon gespannt auf ihr Ostern. Ich glaube viel unterschiedlicher kann es gar nicht sein.

In Larantuka habe ich also keinen einzigen toko und kiosk betreten, war zweimal kurz am Strand und wenn ich nicht am Beten in Kirche oder Kapelle war, habe ich geschlafen, gegessen oder gelesen. So ein richtig harter Draufgänger Urlaub also.


Am Gründonnerstag gings das erste Mal an den Strand und ich konnte sogar schwimmen, wenn auch nur für eine halbe Stunde. Die Strände in Larantuka sind ganz anders als die von Sumba. Dort gibt es keinen weißen Sand sondern schokoladefarbenen. 
Ein ganz anderes Feeling, aber ich fand es eigentlich noch schöner, weil es nicht dem typischen Kalender Bild entsprach. In Larantuka sieht man kein endloses Meer sondern schon die kleinen Nachbarsinseln beziehungsweise Flores selbst.
Im Anschluss ging es zu heißen Quellen und das ist riiichtig heiß. Ich konnte Anfangs nicht einmal die Zehen hineinstrecken. Am Ende habe ich mich dann fast mit dem ganzen Körper hineingewagt. Gut dass ich schon eine gewisse Grundbräune habe, sonst wäre ich krebsrot gewesen.

Am Abend ging es dann in die Messe und es war ein selten lustiger Gottesdienst.
In Larantuka war alles ein bisschen kacau - chaotisch/ ungeordnet. Mir wurde die zweite Lesung aufgetragen und ich wurde beim Chor eingeteilt. Dadurch verging die Messe ziemlich schnell und ich kann stolz sagen, dass mir an diesem Tag kein Patzer passierte.
Die Jünger, allesamt männlich, saßen um den Altar alle ohne Socken, außer Einer. Der hatte wohl vergessen, dass ihm die Fußwaschung bevorstand.
 Aber kein Ding, es kam zur Lesung und dem Dialog zwischen Jesus und Simon Petrus, welcher von Pater Veri und einem Jünger vorgetragen wurde.
Simon Petrus: Herr, dann nicht nur meine Füße sondern auch die Hände und das Haupt.
Jesus: Wer vom Bad kommt..... ist eh schon sauber also bist du schon sauber und ich wasche nur deine Füße.

Irgendwie sind wir da leicht abgewichen von der Einheitsübersetzung. Da ist dem Guten wohl der Text abhanden gekommen.

Das hat mir schon so ein kleines Highlight bereitet, aber viel lustiger waren die Ministranten, die am Ende nicht die Monstranz mit dem Weihrauch gesegnet haben, sondern ihre Mit Minis, bis sie von Suster Blandina um 180° gedreht wurden. Das Kreuz mit seinen Kerzen wusste auch nicht ganz den rechten Weg, und sind am Ende in einem anderen Teil der Kirche als Pater mit Monstranz gewesen.
Recht unterhaltsam.
die Monstranz ist gut behalten angekommen 

Samstag war die unglaubliche Wasser und Landesprozession, wo angeblich super viele Bule also weiße sein sollten. Einen einzigen anderen habe ich gesehen und der war Kameramann.
Das ganze war eine mega heiße Angelegenheit,wo ich eine Stunde in der Sonne war und schon rot geworden bin. Die Sonne fetzt hier noch ein bisschen mehr rein als auf Sumba.

Jesus Christ Superstar kann man da nur sagen. Es waren angeblich 20.000 Besucher, hauptsächlich in schwarz gekleidet, die sich unheimlich gedrängt haben um ein Video von diesem einmaligen Erlebnis zu machen. Igitt Menschenmassen.
Der Abend war nicht viel besser da ging es von 19:00- 2:00 früh durch die Straßen, unter anderem im Kreis. Das war zwar ein schöner Anblick, was die vielen Menschen mit Kerzen betraf , aber da auch das auf Portugiesisch gehalten wurde nicht ganz mein Fall.

Am Samstag hieß es ausschlafen, faulenzen und eine halbe Stunde ging es an den Strand. Einfach schön. In diesen Momenten bin ich dann einfach glücklich. Ich glaube ich brauch mal einen Wohnort der nahe am Wasser ist. Vorzugsweise Meer, aber das findet man in Österreich wohl eher nicht.
Diesen Moment können Bilder besser beschreiben als meine Worte. Aber das Fischerboot, als schwarze Silhouette vor blau grauen Hügeln im Hintergrund kam mir magisch vor.

Am Abend ging es diesmal in eine andere Kirche. Die Messe, ich bin fast verhungert, hat etwa drei Stunden gedauert, was unter anderem darauf zu führen war, dass das Feuer nicht gebrannt hat, das Evangelium beinahe zweimal gesungen wurde, weil sich der Vorsänger so oft versungen hat und es wiederholen musste und - mein Lieblingspart - die dritte Lesung, die falsche war. Leider wurde die Person erst kurz vor Ende der falschen Lesung darauf aufmerksam gemacht.

Und auch wenn ich das nie für möglich gehalten hätte, weil ich die Messe in der Osternacht auch zuhause zu lange finde, hat mir die Messe daheim gefehlt. Es ist irgendwie stimmungsvoller. Hier wurden die Lichter viel zu schnell wieder angezündet. Außerdem will ich Deo Gracias und Lumen Christi hören und nicht den indonesischen Counterpart.

Irgendwann um eins ging es dann ins Bett um dann voller frische am Ostersonntag um 7:00 in die Messe zu maschieren.
Diesmal war ich für den kacau Teil verantwortlich. Pater Veri hat mir nämlich liebenswürdiger Weise die Möglichkeit gegeben vor der ganzen Kirche über meine Beziehung zu Gott und meiner Aufgabe in Sumba zu reden. Zu nett von ihm.
Außerdem hat er mich rumsingen gehört und so kam es, dass ich am Ostersonntag in einer kleinen Kirche in Indonesien Halleluja von Leonard Cohen vortrug.
Nur dass ich vor Nervosität nach den ersten zwei Zeilen abbrach, weil ich meinte mich versungen zu haben.

Nichts desto trotz war es dann lustig, weil die gesamte Kirche in den Refrain miteingestiegen ist und wir nach der Messe noch weiter sangen. Außerdem haben sie jetzt vor das Lied fest in ihren Ostersonntag einzuplanen.

Am Abend ging es dann mit einem Bus zurück nach Maumere. Der Bus, hat vier Reihen und ca die Ausmaße eines VW Busses, war gestopft voll und ich fand mich für die erste Stunde zwischen den Reihen ohne Rückenlehen wieder.
Außerdem hatte ich das Vergnügen mit ein paar leicht angetrunkenen Jugendlichen, die mich wunderschön fanden - verfluchte weiße Haut - und leider nicht aufhören wollten mit mir zu sprechen. Das passiert wenn man einmal nicht per Anhalter fährt.
Außerdem kannte sich der Busfahrer in Maumere leider weniger gut aus als ich und so hatte ich noch einen kleinen Nachtspaziergang in der Stadt um dann halb tot im Susteran ins Bett zu fallen.
Mit der Kirche am Ostermontag - ich meine, dass das mein erstes Mal war - schloß ich dann meinen Aufenthalt ab.

Jetzt habe ich zwar eine kleine Kirchenüberdosis, bräuchte Ferien von den Ferien, aber bin der Kirche näher als ich dachte.
Vorher hatte ich einiges Abenteuerliches über Larantuka gehört und hatte schon gedacht, dass ich nach dem Trip Abstand nehmen werde von der katholischen Kirche.
Dem war aber nicht so. Mit den Schwestern zusammen zu leben war lustig und ich habe viel gelernt über Hintergründe und Geschichte. Wenn auch sie etwas anstrengend sind auf Dauer, so wie Mütter die einen betütteln, war es einmalig. In Larantuka war Platz für Fehler während der Messe, aber das war egal, weil es nur darum ging zusammen feiern zu können.


Achja... und Osterhase, Süßigkeiten, Eier oder ähnliches? Nada. Wer käme denn auch auf die Idee den Kindern etwas interessantes zu bieten ;)
Dafür hat er glaub ich bei Anna vorbei geschaut.

Frohen Start in die Arbeitswoche!

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